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Wenn zwei sich streiten

 

Auch Streiten will gelernt sein. Hilfreiche Regeln für Große und Kleine.

Schlichten oder laufen lassen? Wie du mit kleinen Streithähnen am besten umgehst und warum Streit und Versöhnung zum Groß werden einfach dazu gehören. 

Fleißig backt Luka Sandkuchen. Trotzig tritt Lisa einen kaputt. Gehst du dazwischen? Lässt du die beiden den Streit selbst beenden? Oder nimmst du dir direkt Lukas Mutter zur Brust? Halt, nicht jeder Sandkuchen wird so heiß gegessen, wie er gebacken wird.

Denn grundsätzlich gilt: Streiten ist erlaubt! Streiten ist sogar notwendig. Denn ein Kind lernt eine Menge dabei: Z. B. Grenzen zu ziehen und die Grenzen anderer zu respektieren. 

 

Das richtige Timing

Greifen Eltern also zu früh ein, bringen sie Kinder um die Chance, sich im Streit zu entwickeln und daraus zu lernen. Mehr noch: Mit elterlicher Autorität „Frieden“ zu stiften, lässt den Streit unter Umständen nur weiter gären. Beides erschwert die Einigung. Ein „guter“ Streit aber endet in einer Einigung – und nicht in Sieg oder Niederlage. 

 

Selbst vorbildlich streiten!

Kinder schauen sich übrigens das Verhalten ihrer Eltern auch beim Streiten ab. Und lernen dabei. Lebe also möglichst gutes Streitverhalten, Diskussion und Einigung, vor, so lernt dein Kind am meisten.

 

Zu klein für Diplomatie

Erwarte aber nicht zu viel. Da Kleinkinder einen Konflikt nur begrenzt mit Worten austragen können, kann es schnell einmal körperlich werden. Miteinander rangeln ja, aber nur wenn die Kräfte auf beiden Seiten gleich und die Mittel verhältnismäßig sind.

 

Wann du dazwischen gehen solltest

Drischt z. B. das größere, stärkere Kind mit dem Schäufelchen auf das kleinere Kind ein, könntest und solltest du dazwischen gehen und die beiden Streithähne erst einmal voneinander trennen. Doch wie geht’s dann weiter? Im Folgenden findest du ein paar Tipps, um Streitigkeiten in geregelten Bahnen zu halten:

 

Streit-Regeln für Kinder

  • Mit Gegenständen wird weder geworfen noch geschlagen.
  • Gefühle dürfen sein, Gemeinheiten nicht.
  • Größere gehen nicht auf Kleinere los, dürfen sich aber natürlich wehren.
  • Es gehen nie mehrere auf einen los.
  • Wenn einer nicht mehr möchte, ist Schluss.
  • Am Ende steht die Einigung, nicht Sieg oder Niederlage.

 

Streit-Tipps für Eltern

  • Lass Streit zu. Dein Kind lernt dadurch.
  • Bewahre Ruhe, Übersicht und Augenmaß.
  • Handel je nach Situation: Wird nur gezetert oder tatsächlich geschlagen?
  • Ergreife nicht grundsätzlich Partei. Versuchen, neutral zu bleiben, wenn nicht eine der obigen Regeln verletzt wird. 
  • Lass dich nicht hineinziehen: Es sind die Kinder, die streiten.
  • Versuche, den Kindern die Einigung zu überlassen und erst eine Lösung anzubieten, wenn offensichtlich nichts mehr geht.
  • Stelle Fragen: Ist jemandem etwas passiert? Was ist der Grund des Streites? Welche Seite hat was für Wünsche? Nimm beide Seiten ernst.
  • Wenn das Gemecker gar kein Ende nimmt, trenne die Streithähne räumlich. Wenn jeder mal eine Stunde allein gespielt und sich abgeregt hat, geht es oft besser.
  • Vor allem bei Geschwisterstreitereien ein zeitliches Limit setzen: Wenn’s ins Bett geht, sollten sich alle wieder vertragen haben. 
  • Niemandem bricht ein Zacken aus der Krone, wenn er auch mal nachgibt. Bei Geschwistern müssen das aber nicht immer nur die Großen sein!

 

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