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Neugeborene: Süß mit kleinen Besonderheiten?

 

Storchenbiss, Waschfrauenhände und Co

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Für Eltern ist ihr kleines Neugeborenes das schönste Kind der Welt. Werden dann im Kreißsaal trotzdem kleine Besonderheiten am Baby entdeckt, ist schnell die Sorge da: Ist wirklich alles ok? Ist es! In unserem kleinen Lexikon erfährst du alles über harmlose Launen der Natur vom Blutschwämmchen bis zum Storchenbiss.


Autor: Maja Roedenbeck

 

Neugeborene sehen meist noch nicht wie das rosige, pausbackige Baby aus der Werbung aus, sondern eher wie kleine, süße Äffchen. Manchmal haben sie äußerliche Merkmale, die die Eltern im Kreißsaal zwar erschrecken können, aber harmlos sind. urbia erklärt verschiedene körperliche Besonderheiten, die ein Säugling mitbringen kann. Dabei beschränken wir uns auf harmlose, kleinere Merkmale, die (in den allermeisten Fällen) keiner besonderen Behandlung bedürfen und sich von selbst zurückbilden. Manche sind angeboren, andere durch die Geburt entstanden.
 

 

Storchenbiss

Es sieht aus, als hätte der Storch, als er das Baby brachte, es im Nacken mit seinem Schnabel gepackt – deshalb heißt die nicht spürbare, rote Stelle auf der Haut des Säuglings im Volksmund auch Storchenbiss. Der Mediziner spricht von einem Feuermal (Naevus flammeus): ein scharf umgrenzter, knallroter, gezackter Fleck, der oft eben im Nacken, manchmal aber auch auf der Kopfhaut bis in die Stirn hinein, an den Augenlidern oder an der Nasenwurzel sitzt. Genau genommen handelt es sich dabei einfach um eine durchsichtige Stelle in der Haut, unter der das so genannte Gefäßbett zu sehen ist. Fast die Hälfte aller Neugeborenen bringt diese gutartige Hautveränderung mit auf die Welt. In den meisten Fällen verschwindet sie in den ersten drei Lebensjahren, wenn die Haut dicker und damit blickundurchsichtig wird.
 

Blutschwämmchen (Hämangiom)

Hämangiome, im Volksmund Blutschwämmchen genannt, sind tiefrote bis bläulich-rote, knotige Gefäßtumoren. Zum Glück sind sie in den allermeisten Fällen harmlos. Sie kommen bei fünf bis zehn Prozent aller Kinder hierzulande vor (Frühgeborene sind häufiger betroffen), besonders häufig am Rücken. Charakteristischerweise ist das Blutschwämmchen bei der Geburt noch nicht oder nur sehr unauffällig vorhanden, entsteht aber in den ersten Lebenswochen oder beginnt dann zu wachsen. Im sechsten bis zwölften Lebensmonat kommt es zur Ruhe und bildet sich dann über viele Jahre langsam zurück. Bei größeren Hämangiomen kann eine Unebenheit auf der Haut zurückbleiben, die an eine Orangenhaut erinnert. Der Kinderarzt wird das Blutschwämmchen im Auge behalten und in seltenen Fällen, wenn es kosmetisch sehr stört, an einer ungünstigen Stelle wie dem Augenlid oder Augeninnenwinkel wächst oder Nerven und Organe beeinträchtigt, eine Behandlung veranlassen. Kleine Hämangiome in unproblematischen Regionen, die nicht stark an Größe zunehmen, können zunächst beobachtet werden und bedürfen keiner Therapie. Das gilt für die allermeisten Hämangiome bei Säuglingen. Tipp: Lege eine Klarsichtfolie auf das Blutschwämmchen und zeichne die Umrisse mit einem wasserfesten Stift nach. Mit dieser Schablone kannst du das Wachstum überprüfen.
 

Käseschmiere (Vernix caseosa)

Die Käseschmiere ist eine weißliche, cremeartige Substanz, die die Haut des Ungeborenen etwa ab dem mittleren Drittel der Schwangerschaft bedeckt. Sie enthält Nährstoffe für Babys zarte Haut. Im Fruchtwasser schützt die Käseschmiere die Haut vor dem Austrocknen, bei der Geburt dient sie als natürliches Gleitmittel und nach der Geburt verhindert sie, dass das Baby rasch auskühlt. Schwedische Wissenschaftler haben in der Käseschmiere Peptide (Eiweißstoffe) entdeckt, die antibakteriell wirken und beispielsweise auch einen Pilzbefall der Haut verhindern können. Und weil sie Babys Haut so unglaublich gut schützt, versuchen auch Kosmetikhersteller die Beschaffenheit von Käseschmiere für Produkte nachzuempfinden. Die Käseschmiere oder Reste davon sind bei der Geburt oft noch vorhanden. Wenn nicht, deutet das auf eine Übertragung des Babys hin.
 

Lanugo-Behaarung

Das Lanugohaar ist ein dünner, farbloser Haarflaum, der die Haut des Ungeborenen bedeckt. Es ist ein Überbleibsel der menschlichen Entwicklungsgeschichte – eine Art Urfell. Es entsteht etwa in der Mitte der Schwangerschaft und dient zum Schutz der Haut. Zum Ende der Schwangerschaft wird das Lanugohaar abgestoßen. Bei manchen Babys, vor allem bei Frühgeborenen, ist es aber auch bei der Geburt noch (teilweise) vorhanden, zum Beispiel auf den Schultern, und fällt erst danach aus.
 

Waschfrauenhände

Wenn ein Kind nach dem errechneten Geburtstermin auf die Welt kommt, ist die Käseschmiere bereits im Mutterleib komplett eingezogen. Im Fruchtwasser weicht die Haut nun auf. Übertragene Kinder haben deshalb aufgequollene Hände wie jemand, der zu lange im heißen Wasser gebadet hat. Dieses Merkmal wird im Volksmund als Waschfrauenhände bezeichnet. Nach der Geburt trocknen sie an der Luft schnell aus. Zurück bleibt trockene und rissige Haut.
 

Hexenzahn

Ein Hexenzahn (auch: angeborener Zahn, prälaktaler Zahn, Dens natalis) ist ein normaler Milchzahn, der bei der Geburt bereits teilweise oder ganz durchgebrochen ist. Entweder ist eine Beule im Zahnfleisch oder der Zahn selbst zu sehen. Es handelt sich hier um eine verfrühte Zahnung, die jedoch sehr selten vorkommt und kein Grund zur Sorge ist. Der angeborene Zahn sitzt meist an der Stelle, wo später die mittleren unteren Schneidezähne durchbrechen. Durch den Druck, der beim Saugen des Säuglings an Mamas Brust entsteht, fällt der Zahn manchmal aus, denn er hat keine Wurzel, die ihm Halt geben könnte. Die Lücke bleibt erst einmal erhalten, denn auch ein Kind, das mit Hexenzahn geboren wurde, bekommt seine bleibenden Zähne erst im Vorschul- bis Schulalter, in Ausnahmefällen etwas früher.
 

Hexenmilch (Galactorrhoe)

Bei den meisten Neugeborenen, ganz gleich ob Junge oder Mädchen, schwellen in den ersten Tagen nach der Geburt die Brustdrüsen an und schmerzen dabei durchaus auch. Das liegt an den mütterlichen Hormonen, die während der Schwangerschaft in den kindlichen Organismus gelangt sind, und die dem nun reifen Gewebe den Reiz geben, Milch zu produzieren (aus dem gleichen Grund kann ein weiblicher Säugling nach der Geburt eine einmalige Regelblutung haben). Bei manchen Kindern läuft denn auch eine weißliche, milchähnliche Flüssigkeit aus den Brustwarzen, die Hexenmilch genannt wird. Sie sollte nicht ausgedrückt werden, da sonst die Brustdrüsentätigkeit noch weiter angeregt wird. Für gewöhnlich gehen die Schwellungen nach einigen Wochen zurück, wenn der mütterliche Hormonreiz wegfällt.
 

Geburtsgeschwulst (Caput succedanum)

Am Kopf des Babys kann sich auf natürliche Weise beim Eintreten in den Geburtskanal oder durch den Einsatz der Saugglocke eine teigige Beule oder Schwellung auf der Kopfhaut bilden. Dahinter steckt ein Bluterguss (Hämatom) oberhalb der Schädelknochenhaut. Er entsteht, wenn Teile der Kopfhaut durch so genannte Scherkräfte, die bei der Geburt auf das Kind einwirken, aus ihrer Haftung an den Schädel gerissen werden. Meist bildet sich das Hämatom, das manche Eltern auch fälschlicherweise als Kopfverformung wahrnehmen, innerhalb weniger Tage ohne Behandlung wieder zurück. Wenn die Beule allerdings dadurch zustande kommt, dass ein unter der Schädelknochenhaut entstandener Bluterguss die Knochenhaut und Kopfhaut etwas anhebt, spricht man von einem Kephalhämatom und es ist mit einer längeren Rückbildungszeit zu rechnen. Diese kirsch- bis hühnereigroße oder noch größere Beule bleibt oft monatelang sicht- und tastbar, bevor sie von selbst verschwindet. Auch das Kephalhämatom ist ungefährlich, kann aber bei größerem Ausmaß eine Neugeborenengelbsucht verstärken.

 

Anmerkung: Im Internet finden sich vielfältige Erklärungen zu den beschriebenen Merkmalen beim Säugling, die voneinander abweichen und bei denen oft die Angabe einer verlässlichen Quelle fehlt. Alle Angaben in diesem kleinen urbia-Lexikon wurden dagegen von Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt aus Berlin und Pressesprecher des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte, geprüft.

 

 

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