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Nach der Kaiserschnittgeburt

 

Lassen Sie sich Zeit

Dienstag, 17. November 2015 - 17:11

Keiner erwartet, dass Sie nach der Geburt sofort wieder fit und fröhlich sind. Schließlich haben Sie gerade ein Kind zur Welt gebracht. Ob auf natürlichem Weg oder per Kaiserschnitt – das ist eine ganz schöne Leistung!

Nach der Geburt verdient nicht nur Ihr Baby viel Zuwendung, Unterstützung und Pflege, sondern auch Sie. Denn auch nach dem Kaiserschnitt kommt noch einiges auf Sie zu.

 

So früh wie möglich mit Ihrem Baby zusammen

Manchmal kommt es vor, dass die Erstuntersuchung des Babys nach der Geburt (U1) in einem anderen Raum stattfindet, während Sie im OP noch versorgt werden. Außerdem werden Sie nach einer Vollnarkose etwas mehr Zeit brauchen als bei der Periduralanästhesie (PDA), bis Sie sich ganz auf Ihr Baby konzentrieren können. Sprechen Sie vorher offen mit dem Klinikpersonal über Ihre Wünsche und informieren Sie sich über die Gegebenheiten vor Ort.

Das Baby zum ersten Stillen anlegen

Sprechen Sie mit der Hebamme darüber, dass man Ihnen Ihr Baby so früh wie möglich zum Stillen gibt. Sie wird Ihren Wunsch unterstützen. Denn für Kaiserschnittbabys ist Stillen besonders wichtig, weil sie durch die Muttermilch mit wertvollen Bifidusbakterien versorgt werden. Die erhalten sie sonst schon bei einer natürlichen Geburt. Hier erfahren Sie mehr über die Ernährung von Kaiserschnittbabys.

Eine bequeme Stillposition

Um nach der Geburt die OP-Wunde beim Stillen nicht zu belasten, können Sie folgende Positionen ausprobieren:

• Legen Sie sich Bauch an Bauch mit Ihrem Baby aufs Bett. Legen Sie das Baby zusätzlich auf ein oder mehrere Kissen, können Sie mit der freien Hand sein Köpfchen führen und halten.
• Im Sitzen können Sie die Narbe mit einem Kissen schützen. Mehrere Kissen und ein Stillkissen können helfen, eine entspannte Stillposition zu finden.
• Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme zeigen, wie Sie das Kind „seitlich unter dem Arm“ halten und stillen können. Auch hier hilft ein Stillkissen.

Wenn es mit dem Stillen nicht gleich klappt

Bei vielen Frauen kommt die Milchproduktion nach dem Kaiserschnitt etwas langsamer in Schwung, weil die hormonelle Umstellung nicht durch den natürlichen Geburtsprozess in Gang gesetzt wird. Ein paar Tipps, damit das Stillen genauso gut klappt:

• Legen Sie Ihr Baby so oft wie möglich an.
• Regen Sie – falls notwendig – die Milchproduktion durch zusätzliches Abpumpen an.
• Lassen Sie sich außerdem von Hebammen und Säuglingsschwestern mit Tipps und Hilfestellungen unterstützen.

Ansonsten bleiben Sie ganz gelassen, auch wenn sich der Milcheinschuss verzögert. Ärzte und Hebamme sorgen schon dafür, dass es Ihrem Baby gut geht.

Traurigkeit vergeht – das Glück bleibt

Es kann passieren, dass Sie – besonders nach einem nicht geplanten Kaiserschnitt – ein Gefühl des Verlustes haben. Sie konnten ja die Geburt nicht auf natürliche Weise erleben. Halten Sie sich dann vor Augen: Der Kaiserschnitt war die richtige Entscheidung, um Ihrem Baby den bestmöglichen Start ins Leben zu verschaffen. Dass es ihn für den Notfall gibt, ist ein großes Glück – für Sie und für Ihr Baby.

Auch Mütter mit geplantem Kaiserschnitt können dieses Verlustgefühl haben. Es ist hormonell bedingt und folgt keinen Regeln und Plänen. Aber denken Sie immer an eins: Ihrem Baby geht es jetzt gut. Die Traurigkeit vergeht umso schneller, je mehr Sie sich darüber freuen und an die gemeinsame, glückliche Zukunft denken.

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