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Die erste Bindung

Die erste Bindung

 

Zusammen gehören: Sie sind für Ihr Baby der wichtigste Mensch der Welt  

Freitag, 9. Oktober 2015 - 16:35

Geben Sie Ihrem Kind mit Gefühl und Verständnis, was es jetzt besonders braucht: die Zugehörigkeit zu seiner Familie.

Der erste Blick, das erste Saugen an der Brust – damit beginnt die Suche Ihres Baby nach einer Bindung. Und auch bei Ihnen werden Beschützerinstinkte wach. Oft merken Mutter und Kind sofort: Wir gehören zusammen.

 

Die wichtigsten Menschen

Für ein Baby sind besonders die Personen am Wichtigsten, die sich am meisten um seine Bedürfnisse kümmern. Oft sind das Mutter und Vater. Es können aber auch andere liebevolle Pflegepersonen sein. Zwei bis drei solch enger Bezugspersonen kann ein Baby in dieser Lebensphase annehmen.

Warum ist eine Bindung so wichtig?

Bei einem Menschenbaby sind die ersten Bindungen besonders bedeutungsvoll, denn es kommt bereits in einer sehr frühen Entwicklungsphase zur Welt. Es muss herumgetragen und versorgt werden. Um das Leben des Neugeborenen optimal zu schützen, entstehen diese ganz natürlichen Bindungen. Eine enge Bindung mit den Eltern fördert dabei mehr als alles andere die Entwicklung des Kindes – die körperliche ebenso wie die emotionale.

Ihr Baby zeigt schon, was es braucht

Wenn Ihr Baby beim Verlassenwerden weint, schreit und protestiert, dann tut es das alles, um die Bindung mit den Eltern zu festigen. Sie können sein Urbedürfnis nach Geborgenheit und Sicherheit befriedigen. Auch sein niedliches Aussehen mit der hohen Stirn und den großen Augen, sein Verhalten und seine Mimik dienen dem Zweck, Ihre Fürsorge zu bekommen. Denn liebevolle Aufmerksamkeit ermuntert Ihr Baby, neue Signale auszusenden und so den Kontakt weiterzuführen. Dabei zeigt es schon sein ganz eigenes Temperament und seinen Charakter!

Feinfühligkeit, Verlässlichkeit, Vorhersehbarkeit

Nur diese drei Dinge braucht es, um Ihrem Baby Bindung zu ermöglichen. Feinfühligkeit entsteht aus Ihrem Gefühl und Ihrer Aufmerksamkeit für das Kind. Verlässlichkeit bedeutet, dass Ihr Baby Ihnen vertrauen und auf Sie zählen kann. Vorhersehbarkeit heißt hier, in ähnlichen Situationen möglichst gleich zu reagieren – nicht mal so und mal anders. Diese drei Eigenschaften legen den Grundstein für das spätere Selbstvertrauen und die Selbstständigkeit Ihres Kindes.

Lernen Sie sich kennen

Am Anfang ist es ein bisschen, wie eine neue „Sprache“ zu lernen: An der Mimik Ihres Kindes, am Öffnen und Schließen der Händchen und an der Art, wie es weint oder schreit, erkennen Sie, ob es hungrig ist, Schmerzen hat oder spielen will. Und Ihr Kind fühlt, ob Sie es tröstend berühren und ihm zusprechen, ob Sie wissen, was es ohne Worte ausdrückt. So verstehen Sie sich jeden Tag besser. Ihr Baby meldet Ihnen durch seine Reaktion, dass Sie es richtig verstanden haben: Es hört auf zu weinen, entspannt sich, lächelt. 

Bald geht alles ganz nach Gefühl

Vermutlich werden Sie nach einer Weile ganz intuitiv wissen, was sich an den Bedürfnissen Ihres Babys ändert, und können zuverlässig darauf eingehen. Vertrauen Sie also ruhig Ihrem Instinkt. Und bloß keine Angst vor Fehlern! Auch aus Missverständnissen können Sie und Ihr Baby lernen.

Manchmal braucht es mehr Zeit

Falls das Sich-aufeinander-Einstellen nicht so funktioniert, wie Sie es sich wünschen, kann es dafür verschiedene Gründe geben. Haben Sie jetzt nur keine Scheu, sich Unterstützung zu suchen! Das kann erst mal die stärkere Einbindung des Partners oder Hilfe aus der Familie sein. Aber Sie können sich auch einen familienfremden Berater vom Kinderarzt oder Ihrer Hebamme empfehlen lassen. Treffen Sie sich auch mit anderen frischgebackenen Eltern und ihren Babys zu, zum Beispiel in einer PEKiP-Gruppe (Hebamme fragen).

Jedes Kind ist eben einmalig

Manche Babys sind besonders sensibel, andere still und passiv. Andere dagegen sprühen vor Aktivität. Also machen Sie sich keine Vorwürfe, wenn es zwischen Ihnen nicht gleich „funkt“. Fühlen Sie sich dann einfach mal in Ihr Baby ein und versuchen Sie seine Hilflosigkeit zu spüren. Sie werden merken, wie gut ihm Ihre Nähe tut. Dieses Mitgefühl wird Ihnen wie eine innere Kompassnadel helfen, die Richtung im Umgang mit Ihrem Kind zu finden - auch wenn Sie mal nicht weiter wissen. 

So entsteht aus der ersten Bindung eine intensive Beziehung zu Ihrem Baby.

 

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