Mein Baby ist
Monate alt

Perfekt verplant 

Gut geplant ist halb gewonnen: Das dachte sich auch Corinna Knippek und plante ihre Entbindung bis in alle Einzelheiten. Doch dann kam alles anders...

Zwei Wochen vor meinem errechneten Entbindungstermin war wirklich alles perfekt: Meine Beleghebamme wartete Tag und Nacht auf den Anruf, die Klinik kannte meinen Termin, die Wickelkommode plus Erstausstattung und Kinderbett standen bereit und sogar die Anträge für das Kinder- und Erziehungsgeld lagen fertig ausgedruckt auf dem Schreibtisch. Kurz: Ich war perfekt organisiert und alle „To-Do-Listen“ waren abgearbeitet. Außerdem hatte ich auch einen sehr genauen Plan davon, wie die Geburt und mein Wochenbett verlaufen sollten. Ich hatte mich für einen Kreißsaal mit riesiger Wanne „Typ Wirlpool mit Sternenhimmel“ entschieden. Meinen Verwandten hatte ich vorausschauend einen Entbindungstermin zwei Wochen nach dem tatsächlichen untergemogelt, um schlaue Fragen wie „Ist es etwa immer noch nicht da?“ oder „Wann kommt es denn endlich?“ zu vermeiden. Ich war mir also zu 100% sicher, dass auch sonst alles ganz nach meinen Wünschen ablaufen würde. Was denn sonst?

Es war einige Nächte vor dem Termin, als ich im Bett hoch schreckte und mir sicher war: Jetzt geht es los! Das war eine Wehe, aua, natürlich, was soll das denn sonst gewesen sein? Ich rüttelte an meinen Mann, der sofort hellwach neben mir im Bett saß und mich anstaunte wie das achte Weltwunder. Dann rief ich aufgeregt meine Hebamme an. Die fragte nach der Wehenhäufigkeit – ich hatte noch immer erst eine Wehe gehabt - wünschte mir müde „Noch eine schöne Nacht, Corinna“ und empfahl sich mit einem „Bis morgen früh gegen 10 Uhr“. Da saß ich also mit meiner perfekten Planung. Warten war mir gar nicht in den Sinn gekommen! Ich musste plötzlich lachen. Mir war schlagartig klar, dass die Perfektion jetzt ein Ende hatte und zusammen mit dem Baby womöglich ein bisschen Chaos bei uns ankommen würde.

perfekt verplant
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Trotz der stärker werdenden Wehen wurde es ein schöner Tag Zuhause. Am frühen Abend fuhren wir in die Klinik. In der Aufregung blieb natürlich die Kliniktasche in der Wohnung stehen. Und zu seiner großen Enttäuschung durfte mein Freund nicht mit durchgedrücktem Gaspedal mehrere Ampeln bei Rot überqueren. Dabei hatte er sich darauf neun Monate lang gefreut!

In der Klinik angekommen stellten wir fest, dass alle Kreissäle und Vorwehenzimmer belegt waren, denn mein Baby war nicht das einzige, das in dieser Nacht zur Welt kommen wollte. Meine Hebamme kümmerte sich schließlich im Schwesternzimmer um mich, bis ein Kreißsaal frei wurde. Endlich dort angekommen, war es mir völlig egal, ob sich hier eine Wanne, ein Sternenhimmel oder Elisabeth II persönlich befanden. Mein Sohn kam nach fast 24 Stunden völlig ungeplant per Kaiserschnitt zur Welt. Und er war perfekt. Alles war perfekt!