Mein Baby ist
Monate alt

Na dann herzlichen Glückwunsch! 

Der erste Geburtstag! Eine kleine, ruhige Feier hatten die Knippeks geplant. Ohne Tamtam und große Geschenke. Aber was sagt die Familie dazu? Und wie viel Kuchen braucht ein Kind?

Alles war so schön geplant: Statt Jubel-Trubel-Familenstreit sollte es zu Carstens erstem Geburtstag eine entspannte Landpartie geben. Nur mein Sohn, mein Freund und ich. Nichts als Ruhe, Grün und Kühe. Denn die liebte Carsten heiß und innig. Wir Eltern hatten uns auf diesen Tag gefreut. Carsten nicht, denn dem war das, was in ein paar Tagen passieren würde, noch herzlich egal.

"Dann gab es die erste Überraschung: Mein Mann musste an diesem Tag doch arbeiten. Und die zweite folgte sogleich: „Ich habe übrigens meine Eltern doch zu Carstens Geburtstag eingeladen.“ ‚Na toll’, dachte ich maulig. ‚Und an wem bleibt wieder alles hängen?’ „Das schaffst du doch mit Links.“ ‚Ja, klar, um die Rechte freizuhaben, damit ich dir eine…’ Aber lassen wir das. Kommen die Schwiegereltern, musste ich meine Eltern natürlich auch einladen. Sonst drohte ein Eifersuchtsdrama. „Wir dachten, ihr wollt nicht feiern.“ Mit dem leicht beleidigten Unterton meiner Mutter hatte ich gerechnet. Ich hörte natürlich auch ihren unausgesprochenen Vorwurf: „So eine späte Einladung, Kind, das gehört sich aber nicht.“

Nicht gerechnet hatte ich jedoch mit dem Aufwand, der schon an einem ersten Geburtstag hängt. Deko hier, Kuchen da, und wie sieht´s eigentlich im Wohnzimmer aus? Genau dem hatte ich durch meine kleine Landpartie eigentlich entgehen wollen. Nun hörte ich statt dem freundlichen „Muh“ einer Kuh ein aufgeregtes „Ding-Dong“: Beladen mit Geschenken stehen die Schwiegereltern in der Tür. „Habt ihr den Spielzeugbagger etwa in Einzelteilen verpackt?“ Ausgemacht war natürlich nur ein Geschenk pro Besucher! Schwiegerpapa guckte hilfesuchend zu Schwiegermama. Doch die stürmte schon mit schwerem Gepäck in Richtung des verschreckten Enkels. Ein Türklingeln später, das gleiche Bild: Statt der vorgeschlagenen Nachziehente hatten meine Eltern anscheinend einen ganzen Zoo besorgt.

Mir drückt meine Mutter eine gedeckte Apfeltorte in die Hand. Dabei hatte ich ihr doch gesagt, dass ich zur Feier des Tages selber backen wollte – ganz ohne Hilfe von Fertigmischungen. Ich kann das nämlich! Das hat aber wohl keiner geglaubt:

na dann herzlichen glückwunsch!
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Schwiegervater zauberte noch einen Marmorkuchen aus dem Auto hervor, der seinem Namen wie immer alle Ehre machte. Nun habe ich also fast so viele Kuchen wie Geburtstagsgäste, guten Appetit. Naja, sollte zwei davon halt Carsten essen, der ist ja noch im Wachstum. Er zeigte übrigens gerade deutlich mehr Begeisterung für das Geschenkpapier als für die Geschenke. Und davon waren die Omis gar nicht begeistert. Das äußerte sich in spitz vorgetragenen Zweifeln an der Stimmigkeit der Tisch-Deko – und an der Kompetenz der Opas was Kinderbetreuung im Allgemeinen und die Auswahl von Geschenken im Besonderen angeht. Komischerweise waren die beiden Omas sich heute mal völlig einig, das hatten wir noch nicht oft.

Meine Stimmung näherte sich bedenklich dem Nullpunkt, als mein Mann sich endlich nach Hause bequemte. Hinter seinem Rücken hielt er etwas versteckt. Hoffentlich nicht noch ein Kuchen. Doch es war… ein Blumenstrauß. Für mich! „Den hast du dir verdient, Supermami!“ Mit stolzem Blick auf Carsten konnte ich das nur bestätigen. Und als das Geburtstagkind dann noch die Nachziehente mit dem Schaufellader anbaggerte, war die Welt auch für die Omis wieder in Ordnung.