Unerfüllter Kinderwunsch? Ein schwieriges Thema: Es gibt wohl nichts Frustrierenderes und Traurigeres, als Monat für Monat enttäuscht zu werden. Aber geben Sie nicht zu schnell auf und vor allem: Bleiben Sie ruhig!
Sie versuchen seit mehreren Monaten, schwanger zu werden, aber es klappt nicht? „Setz dich nicht unter Druck, sonst verkrampfst du dich nur“, diese Stimme der Vernunft hört man dann öfter. Leichter gesagt als getan! Denn natürlich geht Ihnen einiges durch den Kopf: Wann sollte ich mit Gedanken machen? Welche Lösungen gibt es, wenn das Baby weiter auf sich warten lässt?
Es klappt nicht immer sofort mit dem Baby
Es ist fast ein gesellschaftliches Problem: Eines von sieben Paaren hat Schwierigkeiten, ein Kind zu zeugen, eines von zehn nutzt am Schluss eine Technik der künstlichen Befruchtung. Sie sind also nicht alleine. Es gibt verschiedene Möglichkeiten bei Unfruchtbarkeit und einige Tipps, damit Sie sich die besten Chancen schaffen.
Steigern Sie Ihre Chancen auf eine Schwangerschaft
Wenn es mit dem Schwanger werden nicht gleich klappt, heißt das nicht unbedingt, dass Sie unfruchtbar sind! Der erste Reflex sollte eine Lockerung des Drucks sein: Manchmal sind der Wunsch nach einer Schwangerschaft oder die Angst, niemals Mutter zu werden so stark, dass sie alles andere blockieren. Bleiben Sie gelassen, seien Sie etwas geduldiger und haben Sie weiterhin Spaß am Sex – auch wenn vielleicht nicht sofort etwas dabei herauskommt. Denn wenn Ihr Partner nervös wird und er stark unter Druck gesetzt wird, macht es die Lage nicht besser.
Lernen Sie aber auch, was Sie tun können, um Ihre Chancen schwanger zu werden zu optimieren: Die Befruchtung kann nur zum Zeitpunkt des Eisprungs erfolgen, d.h. theoretisch 12 Tage nach dem Beginn der Regel. Aber bleiben Sie ganz ruhig, es ist nicht so, dass Sie auf die Stunde genau einen Moment treffen müssen: Der beste Zeitpunkt, ein Baby zu zeugen, ist demnach in den zwei bis drei Tagen vor dem Eisprung und am Tag danach. Bei einem regelmäßigen Zyklus von 28 Tagen ist das leicht zu ermitteln. Berechnen Sie mit unserem Fruchtbarkeitskalender Ihre guten Tage.
Es gibt außerdem Techniken, mit denen man den Eisprung leicht ermitteln kann, wie beispielsweise die Temperaturmethode: Nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur um einige Zehntel Grad an. Wenn Sie eine Kurve zeichnen (messen Sie dazu Ihre Temperatur morgens immer zur gleichen Zeit), erhalten Sie einen guten Anhaltspunkt für den Ablauf Ihres Zyklus - vorausgesetzt, er verläuft regelmäßig. Praktischer und zuverlässiger sind die in der Apotheke erhältlichen Ovulationstests. Damit können Sie 24 bis 48 Stunden im Voraus den Zeitpunkt des Eisprungs bestimmen. In der Praxis stellt man aber auch fest, dass der Eisprung manchmal zu einem ganz unvorhergesehenen Zeitpunkt erfolgt. Von einem Zyklus zum anderen und von Frau zu Frau variiert der natürliche Ablauf manchmal deutlich. Die beste und für alle Seiten angenehmste Methode ist nach wie vor, regelmäßig miteinander zu kuscheln, ohne sich dabei zu verkrampfen!
Wann sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen?
Wenn Sie unter 35 Jahre alt sind und seit 10 bis 12 Monaten erfolglos versuchen, schwanger zu werden, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Wenn Sie über 35 Jahre alt sind, gehen Sie etwas früher, nach höchstens 6 bis 8 Monaten, zum Arzt, denn die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung reduzieren sich mit zunehmendem Alter etwas.
Beim ersten Arztbesuch eines Paares wegen Unfruchtbarkeit führt der Arzt bei beiden Personen eine umfassende Untersuchung durch, um festzustellen, wo das Problem liegt. Möglicherweise ordnet er noch weitere Untersuchungen an: Hormonbestimmung, Ultraschalluntersuchung, Laparoskopie (Untersuchung über den vaginalen Weg) bei der Frau, Spermiogramm beim Mann.
Die verschiedenen Techniken der künstlichen Befruchtung
Wenn die Ursachen der Unfruchtbarkeit ermittelt wurden, kann die Zuhilfenahme der modernen Medizin ins Auge gefasst werden. Die beiden wichtigsten Methoden sind:
Künstliche Befruchtung
Dabei werden Spermien in die Gebärmutter der Frau gebracht, um die Befruchtung zu erleichtern. Dazu kann das Sperma des Partners oder (bei Unfruchtbarkeit des Mannes) eines Spenders verwendet werden.
In Vitro-Befruchtung
Dabei wird eine Eizelle im Labor (in vitro = im Glas) mit einem Spermium befruchtet. Die so erhaltenen Embryos werden in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Das sind die berühmten „Retorten-Babys“. Über 30 Jahre nach der ersten IVF hat sich diese Technik beachtlich entwickelt. Die erzielten Fortschritte ermöglichen heute immer mehr eigentlich unfruchtbaren Paaren eine Elternschaft. Je Zyklus hat eine Frau eine Chance von 23 %* nach einer klassischen IVF schwanger zu werden (dieser Durchschnitt kommt aus Frankreich, Quelle: http://sante-medecine.net).
Auch hier: Etwas Statistik und ein Ausblick
In Frankreich kamen in den letzten Jahren rund 2,4% der Babys mit Hilfe einer solchen medizinischen Behandlung auf die Welt. Auch wenn diese Erfolgszahlen wirklich ermutigend sind, muss eine Fruchtbarkeitsbehandlung körperlich und emotional bewältigt werden. Das ist eine echte Prüfung, die ein Paar gemeinsam bestehen muss. Denn nicht nur körperlich, vor allem auch seelisch ist diese Achterbahnfahrt zwischen Hoffen, Bangen, Enttäuschung und Freude sehr anstrengend. Aber es lohnt sich! Und seien Sie zuversichtlich: Ein Baby kann sich auch ankündigen, wenn man am wenigsten damit rechnet!
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