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Kohlenhydrate 

Kohlenhydrate sind während der Schwangerschaft unerlässlich, denn Sie liefern Energie. Aber Vorsicht, nicht alle Kohlenhydrate sind gleich. Lernen Sie sie zu unterscheiden und richtig in Ihrem täglichen Speiseplan einzusetzen.

Wozu sind Kohlenhydrate gut?

Kohlenhydrate und Fette sind die Hauptenergielieferanten für Sie und Ihr Kind. Falls nicht genügend davon zur Verfügung steht, kann es die gesamte Schwangerschaft über zu Schwächeanfällen, Müdigkeit und Heißhunger kommen.

Die Rolle des Insulins

Im zweiten und letzten Drittel der Schwangerschaft ist der Insulinbedarf unter dem Einfluss der Schwangerschaftshormone, die einen gewissen Widerstand bilden, zwei bis dreimal höher als sonst. Das Insulin spielt jedoch eine ganz wesentliche Rolle: Es sorgt dafür, dass der Körper die Kohlenhydrate verwerten kann, und zwar indem er sie abbaut, in den Fettdepots lagert und damit den Zuckerspiegel im Blut auf einem geeigneten Niveau hält.
Wenn die Bauchspeicheldrüse dieses zusätzliche Insulin nicht bereitstellen kann, bleiben die Blutzuckerspiegel erhöht und es entsteht ein so genannter Gestations- oder Schwangerschaftsdiabetes. Da der Insulinbedarf nach der Geburt wieder absinkt, bleibt der Schwangerschaftsdiabetes i. d. R. nur für die Dauer der Schwangerschaft bestehen. Allerdings haben betroffene Frauen ein erhöhtes Risiko später einen Diabetes Typ2 zu bekommen.

Unbehandelt stellt Schwangerschaftsdiabetes vor allem ein Risiko für das Kind und die Geburt dar. Das Kind wird dicker und größer, was u. a. auch die Geburt erschwert. Außerdem besteht die Gefahr einer Unterzuckerung bei dem Neugeborenen. In den meisten Fällen lässt sich ein Schwangerschaftsdiabetes allein durch eine richtige Ernährung behandeln, nur selten müssen Insulinpräparate eingesetzt werden. Durch die Behandlung lassen sich die oben genannten Risiken minimieren. Frauen, die darunter leiden, werden vom Frauenarzt besonders beobachtet.

Auf den Punkt gebracht...

Es gibt zwei Arten von Kohlenhydraten:

  • einfache Kohlenhydrate: Sie erkennen sie daran, dass sie süß schmecken. Sie sind u.a. enthalten in Zucker, Honig, Konfitüren, Schokolade, Bonbons und Süßspeisen, aber auch Obst… Diese Kohlenhydrate werden schnell vom Organismus aufgenommen.
  • komplexe Kohlenhydrate in stärkehaltigen Lebensmitteln (Nudeln, Reis, Kartoffeln…), Getreide (Weizen, Roggen, Gerste…) und Hülsenfrüchte (Linsen, rote Bohnen, Kichererbsen…) .Sie werden langsamer aufgenommen und liefern Energie über einen längeren Zeitraum. Auch innerhalb dieser Familie sind nicht alle Nahrungsmittel gleich. Weißmehlprodukte oder weißer Reis lassen den Blutzuckerspiegel schneller ansteigen als Vollkornprodukte oder Vollkornreis. Weißer Reis hat deshalb z. B. einen hohen Glykämischen Index und Vollkornreis einen niedrigen Glykämischen Index.
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Unsere praktischen Tipps

  • Bevorzugen Sie stärkehaltige Nahrungsmittel, Hülsenfrüchte und Getreide, die für eine länger anhaltende Versorgung mit Energie sorgen. Kohlenhydrate sollten die Hälfte der Kalorienmenge decken. Denken Sie auch an eine ausreichende Versorgung mit Ballaststoffen, indem Sie Vollkornprodukte wählen, wenn Sie Brot, Reis, Nudeln oder Getreideflocken kaufen.
  • Verzehren Sie stärkehaltige Nahrungsmittel wie Reis und Nudeln al dente, um ihren Glykämischen Index zu verringern.
  • Süßspeisen sollte frau sich nur sehr maßvoll am Ende der Mahlzeit gönnen. Oder eventuell punktuell, wenn Sie sich schwindelig fühlen.
  • Verteilen Sie Ihre Kohlenhydrataufnahme über den gesamten Tag. Auf jeden Fall sollten im Frühstück reichlich Kohlenhydrate enthalten sein, um Müdigkeit, Schwindel und die Lust auf das Knabbern zwischendurch zu vermeiden.

Ein Beispieltag:

  • Frühstück: 80 g Vollkornbrot oder 60 g Vollkornmüsli + 1 Milchprodukt + 1 Stück Obst + 1 Getränk
  • Mittagessen: Rohkost + 1 Teller Gemüse + Fleisch oder Fisch + 1 Milchprodukt + 1 Stück Obst
  • Imbiss: 50 g Vollkornbrot oder 1 Milchprodukt + 1 Stück Obst + 1 Getränk.
  • Abendessen: 1 Teller Vollkornnudeln mit Gemüse + 1 Milchprodukt + 1 Stück Obst +
  • 1,5 bis 2l Flüssigkeit über den Tag verteilt trinken

Die Meinung des Experten: 


expert

„Seit ich schwanger bin, hab ich Lust auf Süßes. Kekse, Schokolade, Bonbons, Konfitüre... Ich komme mir vor wie eine Biene!! Ist das schlimm, Herr Doktor?“ Die Meinung des Experten: Das ist ganz normal. Ihr Energieverbrauch ist gestiegen, dazu kommt die Hormontätigkeit und schon schlägt der Heißhunger zu! Wenn Sie keine gesundheitlichen Probleme haben, machen Sie sich von Zeit zu Zeit eine Freude mit einem Dessert, das Sie besonders mögen! Und schließen Sie die anderen Mahlzeiten mit einem Stück Obst oder einem Quark mit Obst und Honig für ein wenig Süße ab. Gönnen Sie sich ein Stück Schokolade zum Kaffee oder ein paar Kekse zum Imbiss... Sie haben ja verstanden: Es kommt darauf an, ein Gleichgewicht herzustellen zwischen Gelüsten und Vernunft.