Mein Baby ist
Monate alt

Zahnpflege bei Kleinkindern 

Die Zähne. Möglichst lange sollen sie schön aussehen und vor allem gesund bleiben. Deshalb müssen sie von Anfang an richtig gepflegt werden.

„Warum die Milchzähne putzen? Die fallen doch eh aus.“ Das ist zwar richtig. Doch es wird im Baby- und Kleinkindalter auch der Grundstein für ein gesundes Gebiss gelegt. Um Erkrankungen der Mundhöhle vorzubeugen – und um später manch unerfreuliche Sitzung beim Zahnarzt zu vermeiden – ist Zahnpflege vom ersten Zähnchen an ein Muss.

Meine erste Zahnbürste

Im Babyalter und ungefähr bis zum zweiten Lebensjahr ist das Zähneputzen noch Elternaufgabe. Denn für ein kleines Kind ist die Koordination von Hand und Mund gar nicht so ohne. Etwa ab dem dritten Lebensjahr sind die feinmotorischen Fähigkeiten aber so weit entwickelt, dass die erste eigene Kinder- bzw. Lernbürste zum Einsatz kommen kann.

Doch bis ein Kind nach zahnärztlichen Hygienemaßstäben wirklich alleine putzen kann, dauert es meist noch etwas. So geht es am Anfang zunächst einmal darum, dass Ihr Kind lernt, die Bürste zu halten und sie zu den Zähnen zu führen. Das „echte“ Putzen übernehmen erst einmal weiter Mama oder Papa.

Wichtig ist in dieser Phase auch nicht so sehr, dass Ihr Kind alleine die Zähne putzt, sondern das Zahnputzritual. Denn es sorgt dafür, dass das Zähneputzen zu einer lebenslangen Gewohnheit wird. Das gelingt besser, je mehr Spaß es Ihrem Kind und natürlich auch Ihnen macht. Nehmen Sie sich Zeit dafür. Denn ein behutsames, schrittweises Herangehen ist die beste Strategie. Zudem können Mutter und Vater sich das Zahnputzritual teilen.

Das Zahnputzritual

Das eigentliche Zahnputzritual können Sie beginnen, indem Sie sich gegenseitig die Zähne putzen. Lassen Sie Ihr Kind dabei ruhig mit Ihren Zähne anfangen. Auch Kuscheltiere oder die Lieblingspuppe können mit einbezogen werden. Fragen Sie zum Beispiel das Kuscheltier, was zuerst passieren muss. Dann lassen Sie es antworten: „Erstmal nehm’ ich Zahnpasta und mach’ die auf die Bürste.“ Beziehen Sie Ihr Kind mehr und mehr mit ein. Etwa, in dem das Kuscheltier bei einer Frage mal nicht mehr weiter weiß.

Das ist natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten. Wichtig ist auf jedem Fall eine positive Umgebung. Ein Sanduhr für die Putzzeit, die Ihr Kind selber umdrehen darf, macht Spaß. Oder lassen Sie zu den Zahnputzübungen im Bad die Lieblingsmusik Ihres Kindes laufen. Im Handel sind sogar CDs mit Zahnputzliedern erhältlich. Netter ist es, selbst ein Zahnputzlied zu singen. Sie finden hier eine Auswahl an Liedern, die uns netterweise von den Kolleginnen einer Kinderzahnarztpraxis zur Verfügung gestellt wurden (www.kinderzahnärzte.com).

Bürsten will gelernt sein

Wenn Sie merken, dass Ihr Kind sicherer im Umgang mit der Bürste wird, können Sie ruhig frühzeitig damit beginnen, Ihrem Kind die sogenannte KAI-Technik beizubringen. Diese Technik heißt so, weil zuerst die Kauflächen gereinigt werden. Dann folgen die Aussenflächen und zum Schluß die Innenflächen der Zähne.

Zahnpflege bei Kleinkindern
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Gebürstet wird mit leicht rüttelnden Bewegungen immer von rot (=Zahnfleisch) nach weiß (= Zahn). Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die Bürste nicht zu fest auf die Zähne drückt. Übrigens: Nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene ist diese recht einfache Putzmethode empfehlenswert – ebenso wie das drei Mal tägliche Putzen: morgens, mittags und abends.

Das Zahnputzzubehör

Der Erfolg einer Mission steht und fällt auch immer ein bisschen mit der passenden Ausstattung. Kommt die erste eigene Bürste ins Spiel, ist es bereits ein tolles Erlebnis, wenn Sie Ihr Kind beim Einkauf die Lernbürste und den Zahnputzbecher mit aussuchen lassen. Kinder haben durchaus einen ganz eigenen Geschmack.

Das gilt auch für die Zahnpasta. Besser als eine „scharfe“ Paste für Erwachsene ist eine fluoridhaltige Kinder-Zahnpasta. Sie sollte bei den ersten Zähnchen ein Mal täglich, im zweiten Lebensjahr zwei Mal täglich zum Einsatz kommen. Und idealerweise hat die Zahnbürste auf den Borsten eine Markierung zur Dosierung der Zahnpasta. Geben Sie nicht zu viel Paste auf die Bürsten, damit nicht zu viel verschluckt wird. Denn auch das Ausspucken klappt nicht immer sofort.

Er hat gar nicht gebohrt...

Ungefähr zeitgleich mit der Einführung der Lernbürste, also in etwa mit zwei Jahren, sollten Sie den ersten Zahnarztbesuch mit Ihrem Kind angehen. Ein Termin, auf den man sich in keinem Lebensalter wirklich freut. So wird Ihr Kind vielleicht unsicher oder ängstlich auf die ungewohnte Umgebung reagieren. Außerdem warten gerade kleine Leute nicht gerne.

Das beste Mittel in dieser Situation ist Ablenkung: Spielen Sie mit Ihrem Kind. Nehmen Sie, wenn möglich, das Lieblingsspielzeug mit und/oder ein Kinderbuch zum Vorlesen. Und damit das Erlebnis nicht in allzu schlechter Erinnerung bleibt, hat sich Ihr Kind nach dem Besuch auf jeden Fall eine Belohnung verdient. Die erhält es entweder von Ihnen oder besser noch vom Arzt.

Überhaupt: Manche Wartezimmer sind gut andere weniger gut auf kleine Patienten eingestellt – das gilt auch für Ärzte. Ein Wechsel zu einer kindgerechteren Praxis ist also eine Überlegung wert, wenn die Möglichkeit dazu besteht.