So viele U’s wie im ersten Lebensjahr gibt es für Kleinkinder nicht mehr. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – ist gesundheitliche Vorsorge auch jetzt noch ein Muss.
U7: 21. – 24. Lebensmonat
Größe, Gewicht, Herz und Lunge – all diese Routinekontrollen stehen auch bei der U7 an. Vor allem aber überprüft Ihr Kinderarzt, wie sich Ihr Kind entwickelt. Zum Beispiel wird er danach fragen, wie gut Ihr Kind läuft. Ob es Probleme beim Bücken und Aufstehen gibt. Ob es alleine eine Treppe hochkommt, wenn es sich am Geländer festhält. Aber auch, ob es mit Löffel oder Gabel isst.
Speziell auch nach der geistigen Entwicklung wird gefragt: Kann es Zwei-Wort Sätze bilden? Kann es alltägliche Gegenstände oder Situationen beschreiben wie zum Beispiel etwa "Heia" für schlafen?
Sauberkeitsentwicklung wird überprüft, etwa ob eine volle Windel gemeldet wird und ob Ihr Kind sie gewechselt haben will? Zudem wird Ihr Arzt die Zähne kontrollieren – auch ob sie regelmäßig geputzt werden. Einen Zahnarztbesuch ersetzt das nicht.
Vermutlich wird Ihr Arzt Sie außerdem auf die Schlafgewohnheiten und das soziale Verhalten – Stichwort Trotzphase – ansprechen. Sollte Ihnen im Vorfeld bei Ihrem Kind etwas ungewöhnlich vorkommen, notieren Sie es, damit Sie nicht vergessen, Ihren Arzt danach zu fragen.
U7a: 34. – 36. Lebensmonat
Da der Abstand zwischen U7 und U8 recht groß ist, gibt es die U7a. Und seit Juli 2008 wird diese Untersuchung auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen – allerdings nur, wenn die U7a in dem Zeitraum zwischen dem 34. und 36. Lebensmonat durchgeführt wurde.
Die U7a soll dabei helfen, dass etwa Allergien, Verhaltensauffälligkeiten und Sozialisationsstörungen, Übergewicht, Sprachentwicklungsstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferfehlentwicklungen frühzeitig erkannt werden. Denn nur so lassen sie sich rechtzeitig und damit wirksamer behandeln.
U8: 3 ½ – 4 Jahre
Zunächst wird Ihr Kind wieder gründlich durchgecheckt. Das umfasst in der Regel auch einen Seh- und Hörtest – unter Umständen zusätzlich eine Urinprobe, um Harnwegsinfekte auszuschließen. Neben den feinmotorischen Fähigkeiten gilt eine besondere Aufmerksamkeit den Beinen, dem Becken und der Wirbelsäule. So können mögliche Fehlentwicklungen rechtzeitig korrigiert werden.
Ein Schwerpunkt dieser Untersuchung ist nun das soziale Verhalten: Wie leicht fällt Ihrem Kind die Trennung von Ihnen? Spielt es mit anderen Kindern? Wie verhält es sich in einer Gruppe? Spielt es auch alleine und wie lange? Lässt es sich gerne vorlesen? Wie ist es mit der Trotzphase?
Da das Sprachvermögen in diesem Zusammenhang wichtig ist, wird auch danach gefragt, ob Ihr Kind in ganzen Sätzen sprechen kann. Ob es seinen Vor- und Nachnamen kennt. Ob es Sinnfragen – warum? – stellt und eine Erklärung – weil! – dazu gibt.
Bis zur nächsten regulären Vorsorgeuntersuchung, der U9, vergehen rund 2 Jahre. Wenn Ihnen Sie bereits vorher etwas an Ihrem Kind bemerken, das Ihnen ungewöhnlich vorkommt, gerade auch hinsichtlich sozialer Entwicklung und Kindergarten, ist Ihr Kinderarzt natürlich auch in der Zwischenzeit der richtige Ansprechpartner
U9: 5 ½ – 6 Jahre
Viele Eltern fragen sich nun, ob sie ihr Kind schon bald einschulen können oder damit lieber noch warten. Auch um eine Antwort auf diese Frage zu finden, ist die U9 hilfreich.
So wird der Kinderarzt bestimmte Voraussetzungen wie die Sprachentwicklung genauer unter die Lupe nehmen. In diesem Zusammenhang wird er weitere Fähigkeiten überprüfen. Zum Beispiel, ob ein Kind schon bis 10 zählen, die Zeit und Entfernungen grob einschätzen kann. Kennt ein Kind seine Adresse und die Namen seiner Freunde? Können abstraktere Fragen wie „Was ist Spaß“ beantwortet werden? Beschäftigt es sich konzentriert, z.B. beim Spielen oder Malen?
Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung sind Motorik und Koordinationsfähigkeit. Dazu werden ganz einfache Tests gemacht, z.B. auf einem Bein hüpfen oder auf einer Linie balancieren. Die Feinmotorik kann überprüft werden, indem ein Kind einfache geometrische Figuren wie Kreis, Quadrat und Dreieck abzeichnen soll. Die Koordinationsfähigkeit lässt sich für den Arzt unter anderem schon daran ablesen, ob ein Kind schon in der Lage ist, sich alleine an- und ausziehen.
So kann die U9 auch wichtige Hinweise darauf liefern, welche Entwicklung noch gezielter gefördert kann.
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