Mein Baby ist
Monate alt

Sauber werden 

Neben dem Laufen und Sprechen lernen ist die Umstellung von der Windel aufs Töpfchen ein entscheidender Entwicklungsschritt für Ihr Kind. Erfahren Sie, wie und wann der Abschied vom Wickeln am sichersten gelingt.

Entrüstet schiebt Ihr Kind das Windelpaket auf die Seite und verkündet: „Ich gehe ab jetzt aufs Töpfchen!“ Schön wär’s...

Leider gestaltet sich der Abschied von der Windel nicht so einfach. Denn aufs Töpfchen oder die Toilette zu gehen ist kein angeborener Reflex. Vielmehr muss es gelernt werden wie Schwimmen oder Radfahren. Das bedeutet auch: Druck oder Zwang auszuüben, hilft wenig. Vielmehr ist Geduld gefragt, denn auch beim Töpfchen gilt: Übung macht den Meister.

Übrigens lernen Kinder meist zuerst, den Darm zu kontrollieren. Die Kontrolle der Blase folgt ein wenig später. Auch lernen Mädchen etwas schneller. Sie sind im Schnitt mit zweieinhalb Jahren „trocken“, Jungen ungefähr mit drei Jahren. Doch der richtige Zeitpunkt, mit der so genannten Sauberkeitserziehung zu beginnen, ist von Kind zu Kind unterschiedlich.

Große und kleine Geschäfte

Eine wichtige Rolle beim Lernen spielt die Sprache. Erklären Sie Ihrem Kind deshalb von Anfang an, worum es geht. Zeigen Sie ihm, was in der Windel gelandet ist und benennen Sie es, z.B. ganz klassisch mit "Pipi" für das kleine Geschäft. Erklären Sie auch ruhig schon, dass dafür die Toilette bzw. das Töpfchen da ist. Wiederholen Sie das regelmäßig, damit sich Ihr Kind diese Begriffe einprägen kann. Denn nur so kann es deutlich machen, wenn es muss.

Wann das „Töpfchenzeitalter“ beginnt

Die entscheidende Voraussetzung, um das Thema Töpfchen in Angriff zu nehmen, ist der geistige und körperliche Entwicklungsstand eines Kindes. Das bedeutet, es muss bewusst und gezielt Muskeln an- und entspannen können. Diese Fähigkeit stellt sich etwa mit zwei bis zweieinhalb Jahren ein und entwickelt sich ganz von selbst. Erzwingen können Eltern diese Fortschritte nicht – aber erkennen.

Das „Töpfchenzeitalter“ kündigt sich an, wenn ein Kind

  • mit den Eltern oder Geschwistern auf die Toilette gehen möchte
  • das Wickeln nicht mehr so gerne hat
  • sich ein bisschen zurückzieht, wenn es in die Windel macht
  • sich meldet, sobald die Windel voll ist

Topf oder Toilette?

Eine goldene Regel, ob Toilette oder Töpfchen besser für den Start ist, gibt es nicht. Und selbst entscheiden kann ein Kleinkind das noch nicht. Versuchen Sie also bei Ihrem Kind zu erkennen, was es lieber möchte. Beginnen Sie einfach mit dem einen, und halten Sie das andere als Alternative bereit. Dabei kann es auch hilfreich sein, wenn Ihr Kind beim Töpfchenkauf mit aussuchen darf.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind allmählich soweit ist, bringen Sie das Töpfchen oder die Toilette ins Spiel. Die Toilette sollte dazu am besten mit einem Aufsatz zum Sitzverkleinern und einem Hocker zum leichteren Hinaufklettern ausgestattet sein.

Was es leichter macht: Können Sie bei Ihrem Kind eine gewisse Regelmäßigkeit beim Geschäft beobachten, etwa nach dem Aufwachen oder den Mahlzeiten? Dann setzen Sie es jeweils zu diesen Zeiten aufs Töpfchen. Auch, wenn ihm der Drang noch nicht anzumerken ist. Das sollte immer wieder, aber ohne Druck geschehen. Wenn nichts kommt – oder, der Klassiker - erst dann, wenn die Windel gerade wieder angelegt ist: kein Problem!

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Wurde das Geschäft erfolgreich auf dem dafür vorgesehen Örtchen erledigt, denken Sie unbedingt daran: Kleinkinder empfinden keinen Scham oder Ekel vor ihren Ausscheidungen. Vielmehr sind sie sehr stolz darauf. Aus diesem Grund finden manche Kinder die Toilettenspülung verstörend: ‚Das was ich gerade Tolles gemacht habe, ist plötzlich weg.‘ Sollte das der Fall sein, warten Sie mit der Entsorgung des Geschäfts den kurzen Moment, bis Ihr Kind wieder etwas anderes, Spannenderes entdeckt hat. Andersherum gibt es natürlich auch Kinder, die nichts lieber tun, als die Spülung zu betätigen – gerne auch mehrmals hintereinander.

Lob und Tadel

Lernerfolge haben viel mit Motivation zu tun. Schimpfen oder Tadel, wenn eine Sitzung mal nicht von Erfolg gekrönt war, verunsichern ein Kind nur. Trost und Aufmunterung sind besser.

Die beste Motivation ist ein Lob. Und wenn es gut geklappt hat mit dem Töpfchengang ist das natürlich fällig. Auch wenn es nicht geklappt hat, aber das Kind die ersten Schritte selbst unternommen hat. Etwa wenn es sagt, dass es jetzt muss, den Topf ansteuert, die Hose runterzieht und sich setzt. Eltern sollten jedoch darauf achten, es mit dem Lob nicht zu übertreiben. Denn der Gang auf die Toilette soll etwas ganz Alltägliches werden und nicht der Ausnahmezustand bleiben.

Töpfchen-Tipps
  • Wenn Sie bei Ihrem Kind „Geschäfts“-Gewohnheiten beobachten, z.B. nach dem Aufstehen oder nach dem Essen, nutzen Sie diese, um Topf oder Toilette ins Spiel zu bringen.
  • Setzen Sie Ihr Kind sonst nur auf die Toilette, wenn es signalisiert, dass es muss. Denn nur so kann ein Kind lernen, dass es einen Zusammenhang zwischen Müssen, Hinsetzen und Machen gibt.
  • Länger als ein paar Minuten sollte eine Sitzung nicht dauern, weil Ihr Kind den Zusammenhang sonst aus den Augen verliert.
  • Loben Sie Ihr Kind, wenn es versucht, das alleine durchzuspielen. Loben Sie auch dann, wenn es noch nicht ganz geklappt hat.
  • Schimpfen Sie nicht, wenn das Geschäft nicht oder nicht da stattgefunden hat, wo es sollte. Aufmuntern ist allemal besser.
  • Bequeme Kleidung ist hilfreich, z.B. eine Hose mit Gummizug, die Ihr Kind schon selbst hoch- und runterziehen kann.
  • Toilette oder Töpfchen – versuchen Sie herauszufinden, was Ihr Kind lieber mag.
  • Spielen Sie Auf-Toilette-gehen mit dem Lieblingsstofftier vor oder nehmen Sie Ihr Kind mit, wenn Sie gehen – vorausgesetzt natürlich, dass Sie das möchten.