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Kindergarten – welcher passt zu uns? 

In welchem Kindergarten ist unser Kind am besten aufgehoben? Montessori oder Waldorf? Konfessionell oder „normal“? Was spielt bei der Wahl noch eine Rolle? Und warum überhaupt Kindergarten?

Auch was die Rolle des Kindergartens betrifft, macht sich der viel zitierte demographische Wandel bemerkbar. So haben die meisten Familien heute ein oder höchstens zwei Kinder. Damit ist der Kindergarten mehr denn je der Platz, an dem sich Kinder mit anderen Kindern treffen  – also spielen, toben und streiten – können. Es ist der Platz um zu lernen, sich in einer Gruppe zu verhalten.

Doch der wohl wichtigste Grund ist, dass ein Kindergarten vielfältige Förderungsmöglichkeiten bietet. Das legt der Name schon nahe. Er wurde übrigens im Jahr 1840 „erfunden“ von Friedrich Fröbel, der auch das Ur-Konzept erdachte. Nach seiner Vorstellung sollten Kinder in dieser Einrichtung gedeihen wie in einem Garten. Seine Idee war letztlich so überzeugend, dass der Begriff „Kindergarten“ sogar in den eigentlich englischsprachigen USA benutzt wird.

Praktische Überlegungen

Die noch sehr einfache und fast ein wenig naiv anmutende Ausgangsidee von Fröbel ist im Laufe der Zeit natürlich immer weiter modernisiert worden und in einer Vielzahl pädagogischer Ansätze aufgegangen. Doch bevor Sie sich mit diesen beschäftigen, sollten Sie ein paar Grundfragen für sich beantworten. Denn was nutzt das pädagogisch wertvollste Konzept, wenn es sich rein organisatorisch, etwa wegen langer Wege, nicht in Ihren Alltag integrieren lässt?

  • Wie nah liegt der Kindergarten?
  • Ist er gut erreichbar, vielleicht sogar zu Fuß?
  • Passen die Öffnungszeiten zu Ihrem Tagesrhythmus?
  • Kennt Ihr Kind schon andere Kinder, die auch dort hingehen?
  • Haben Sie einen Draht zu den Erzieherinnen oder Erziehern?
  • Passen die Öffnungszeiten zu Ihren Arbeitszeiten?

Hinsichtlich der Öffnungszeiten lassen sich grob drei Formen unterscheiden:

  • Teilzeitbetreuung – Ihr Kind geht am Vor- und/oder am Nachmittag dorthin.
  • Verlängertes Vormittagsangebot – das reicht meist von morgens bis nach dem Mittagessen.
  • Ganztagesbetreuung – sie reicht in der Regel von morgens bis zum späten Nachmittag. Diese Einrichtungen werden auch oft Kindertagesstätten oder kurz Kitas genannt. Mittlerweile gibt es sogar schon Einrichtungen, die über die Standardzeiten hinausgehen, z.B. sehr früh öffnen und/oder lange geöffnet haben.

Wenn Sie einen Kindergarten suchen, hilft Ihnen unsere Kinderkrippen-Checkliste dabei, an das Wichtigste zu denken. Einfach ausdrucken und zur Kindergartenbesichtigung mitnehmen.

Verschiedene Kindergarten-Konzepte

Wie das Angebot gestaltet ist, hängt stark vom Träger ab. Dieser kann eine Gemeinde oder ein freier Träger sein. Letztere sind vor allem Kirchen und Wohlfahrtsorganisationen, aber auch Elterninitiativen oder privatwirtschaftliche Unternehmen. Der Träger hat natürlich auch maßgeblichen Einfluss auf das inhaltliche Angebot, sprich den pädagogischen Ansatz, bzw. das Konzept. Im Folgenden stellen wir Ihnen die verbreitetsten Ansätze vor:

Situationsansatz

Montags: Spielen. Dienstags: Basteln. Mittwochs: Singen. Dieser traditionelle Ansatz mit einem festen Wochenprogramm ist inzwischen vom Situationsansatz praktisch abgelöst worden. Letzterer gilt unter allen Konzepten als am weitesten verbreitet.

Im Mittelpunkt steht hierbei die Alltagswelt der Kinder. Also das, was gerade aktuell um sie herum passiert. Ein Beispiel: Die ersten Äpfel fallen von den Bäumen. Was passiert jetzt damit – kann man sie essen oder anders verarbeiten? Wie war das noch, als die Bäume blühten? So wird ein Apfelbaum zu einem Thema, das die Kinder zu genauen Beobachtungen, verantwortlichen Entscheidungen und praktischem Handeln herausfordert. Jedes Kind bringt dabei sein Wissen, seine Erfahrungen und seinen familiären und kulturellen Hintergrund mit ein.

Groß geschrieben wird auch das soziale Lernen. Gibt es einen Streit? Dann wird versucht, dass die Kinder selbst eine Einigung erzielen. Kurz: All das was Kinder schon selber tun können, sollen sie auch machen.

Konfessioneller Ansatz

Auf den ersten Blick wird sich ein konfessioneller, also evangelischer oder katholischer Kindergarten, vermutlich nicht von einer kommunalen Einrichtung unterscheiden. Doch die Regeln und Grundsätze der jeweiligen kirchlichen Weltanschauung spielen sehr wohl eine wichtige Rolle. So werden kirchliche Feier- und Festtage begangen und alltägliche religiöse Rituale, z.B. das Beten, praktiziert. Wie groß der religiöse Einfluss im kirchlichen Kindergarten ist, unterscheidet sich von Einrichtung zu Einrichtung.

In Ihrer Nähe ist kein Kindergarten Ihrer Konfession, sondern nur einer der „Konkurrenz“? Auch das stellt heute in der Regel kein Problem dar. Die meisten Einrichtungen nehmen Kinder beider Konfessionen auf, oft sogar auch Kinder ganz anderer religiöser Weltanschauungen. Gleiches gilt übrigens auch für das Erziehungspersonal. 

Kindergarten
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Wald-Kindergarten

Wohl nicht zuletzt durch das wachsende Umweltbewusstsein erfreuen sich Waldkindergärten in den letzten Jahren stark steigender Beliebtheit. Das Konzept ist denkbar einfach: In entsprechend wetterfester Kleidung und mit Rucksäcken oder Bollerwagen sind die Kinder zu jeder Jahreszeit draußen unterwegs. Statt Gruppenräumen gibt es einfache Unterstände, Zelte oder Bauwagen, wenn das Wetter ganz schlecht sein sollte. Nur wenn akute Gefahr droht (Gewitter, Sturm oder Brandgefahr), wird der Wald gemieden.

Gespielt und beschäftigt wird sich mit allem, was sich im Wald finden lässt. Der „Lehrplan“ wird sozusagen von der Natur vorgegeben. Entsprechend bestimmen jahrzeitliche Veränderungen, Pflanzen und tierische Waldbewohner die Inhalte. Außerdem bewegen sich die Kinder sehr viel, laufen auf Waldwegen, klettern auf umgefallen Bäumen und hüpfen über Gräben. Natürlich werden Kleinen im Wald nicht sich selbst und ihren Neigungen überlassen, sondern von Erziehern pädagogisch begleitet.

Montessori-Kindergarten

Erdacht hat dieses Konzept die italienische Ärztin Maria Montessori (1820-1952). Ziel ist es, dass Kinder in größtmöglicher Selbstständigkeit eigene Entscheidungen treffen und frei die Welt erkunden. In der Praxis bedeutet das, dass die Kinder selbst und ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend bestimmen, womit und wie lange sie sich mit etwas beschäftigen. Unterstützt wird das durch spezielle Montessori-Materialien, die Kinder auf unterschiedliche Weise ansprechen und herausfordern, indem sie z.B. Anreize zur Bewegung oder zum Experimentieren bieten.

Obwohl – oder vielleicht gerade weil – den Kindern sehr viel Selbstständigkeit abverlangt wird, geht es in Montessori Kindergärten keineswegs laut und chaotisch zu. Im Gegenteil, zumeist ist die Atmosphäre ruhig und entspannt.

Waldorf-Kindergarten

Dieser Ansatz geht zurück auf die Lehre des Anthroposophen Rudolf Steiner (1861-1925). Die ganzheitliche und individuelle Entwicklung von Körper, Seele und Geist steht dabei im Zentrum. Dem rationalen Denken und Wissen geht die sinnliche Erfahrung der Welt voran. Im Vordergrund stehen deshalb fantasievolle und zweckfreie Spiele mit Naturmaterialien. Aber auch musische Erziehung, das Nachspielen von Alltagssituationen wie Kochen oder zum Arzt gehen sowie die Beschäftigung mit Jahreszeiten oder Festtagen stehen auf dem Programm.

Gefördert werden soll die freie Entfaltung der seelischen und geistigen Anlagen die Kreativität. Eine besondere Rolle spielen dabei nicht nur die Erzieher als nachahmenswertes Vorbild für die Kinder. Auch die Einbindung der Eltern ist insofern entscheidend, als dass sie hinter dem anthroposophischen Menschenbild und seinen Zielen stehen sollten.

Sonstige Alternativen

Daneben gibt es viele weitere Konzepte, wie Reggio oder Freinet, die auf die allgemeine oder umfassende Entwicklung eines Kindes abzielen. In zunehmendem Maße finden sich aber auch Kindergärten, die gezielt Schwerpunkte fördern.

Sport- oder Bewegungskindergarten

Wenn Ihr Kind gerne tobt, rennt und sich viel bewegt, dann könnte ein Sport- oder Bewegungskindergarten die richtige Wahl sein. Denn hier werden motorische Fähigkeiten stärker gefördert als in anderen Einrichtungen.  

Zweisprachig Kindergarten

Kindergärten, in denen zwei Sprachen gesprochen werden, sind inzwischen recht verbreitet. Zum einen weil es immer mehr zweisprachige Familien gibt. Zum anderen bietet ein zweisprachiger Kindergarten die Möglichkeit, einem Kind früh fremdsprachliche Förderung zukommen zu lassen. Sofern das ohne Zwang und spielerisch geschieht, ist das sicherlich kein schlechter Start in eine zunehmend globalisierte Welt.

Sprachheil-Kindergarten

Wie der Name schon vermuten lässt, werden in diesen Einrichtungen gezielt Kinder mit Schwierigkeiten bei der Sprachentwicklung gefördert. Dazu stehen den Kindern speziell ausgebildete Logopäden zur Seite. Auch für andere Kinder, die besondere Förderung benötigen, gibt es eigene Kindergärten. 

Integrativer Kindergarten

Immer öfter bieten Kindergärten auch integrative Gruppen an. Hier sind Kinder mit und ohne Behinderung zusammen. Darüber hinaus gibt es integrative Kindergärten, die auf dieses Miteinander ihren Schwerpunkt gelegt haben.