Rennen, toben, trommeln. Toll, was Ihr Kind bald alles kann. Aber nicht alles, was Ihr kleiner Racker sich ausdenkt, ist auch in Erwachsenenaugen praktisch: Schränke ausräumen, zum Beispiel.
Jede Woche ein anderes Kind? Nun, ganz so rasant wie noch im ersten Lebensjahr verläuft zumindest die äußerliche Entwicklung Ihres Kindes im zweiten Lebensjahr nicht mehr. Denn Ihr Kind wird zunehmend aktiv. Das fordert Sie, denn Sie müssen manchmal ganz schön fix sein. Und manchmal brauchen Kleinkindeltern Nerven wie Drahtseile.
Die Abräumer kommen
Im Laufe des zweiten Lebensjahres entwickelt sich die Motorik Ihres Kindes deutlich weiter. Es gelingt beispielsweise immer besser, alleine mit dem Löffel zu essen, mit einem Stift zu krakeln oder Seiten in einem Buch umzublättern. Jede neue Seite wird als Entdeckung gewertet, denn das ist es, was Kleinkinder in diesem Alter wollen. Neues entdecken, lernen. Überall müssen sie ihre neugierige kleine Nase hineinstecken, alles wird zum Spielzeug. Behalten Sie deshalb Ihr Bücher-, CD- oder DVD-Regal im Auge. Denn Kinder lieben es, etwas ein- und vor allem auszuräumen. Empfindliches sollten Sie deshalb sichern, weniger Zerbrechliches zum Erforschen freigeben. Gut eignet sich dafür eine Lade mit Plastikschüsseln oder ein Eimer Wäscheklammern.
Kleine Entdecker
Alles wird angefasst – der Tastsinn spielt immer noch eine wichtige Rolle. Besonders gut fühlt sich natürlich Matsch an. Pfützen sind auch prima, weil es toll spritzt, wenn man durchstapft. Bis etwa Mitte des zweiten Lebensjahr wird ihr Kind vermutlich ohne fremde Hilfe laufen und wenig später vermutlich auch schon richtig rennen können. Treppen stellen ebenfalls kein Hindernis mehr dar. Im Zweifelsfalle werden sie auf allen Vieren gemeistert. Überhaupt ist Klettern eine ganz große Sache. Das bedeutet aber auch, dass von Eltern nun noch mehr Aufmerksamkeit gefragt ist.
Nur nicht die Geduld verlieren
Nichts ist jetzt schöner als Wiederholungen. Draußen auf jedes Auto zeigen, jeden Stein umdrehen. Fünfzig Mal den kleinen Schrank im Wohnzimmer ausräumen. Immer wieder die gleichen Geschichten lesen und die gleichen Kinderlieder hören. Überhaupt ist alles interessant, was Geräusche macht. So wird eifrig auf allem möglichen getrommelt und geklappert, was das Zeug hält. Für Ihr Kind ist es Musik, für erwachsene Ohren zumeist gewöhnungsbedürftig. Aber machen Sie ruhig mit, wenn es Ihnen Spaß macht: So wird aus diesem Getöse vielleicht einmal kultivierte Hausmusik.
Chaotische Multitalente
Mindestens so begeistert wie vom „Musik“ machen sind die meisten Kinder in dem Alter vom Malen. Eltern sind gut beraten, einen ausreichenden Vorrat an Papier (Schmierpapier, z.B. aus alte Akten tut es allemal) und Stiften anzulegen. Letzteres ist natürlich auch schöne Geschenkidee für Freunde und Verwandte. Einige Kinder entwickeln allerdings auch etwas eigenartige Designvorstellungen, die sie an Tapeten oder Tischdecken ausleben.
Auch das Sprachvermögen entwickelt sich hörbar. Zwei-Wort-Sätze werden Ihrem Kind bald selbstverständlich über die Lippen kommen. Es kann schon fast alles verstehen, was Sie sagen. Zudem kennt es viele seiner Körperteile. Begeistert wird es Ihnen immer wieder Hände und Füße, Nase und Ohren zeigen, wenn Sie es danach fragen.
Kleine Krankheiten sind gesund
Während organische Funktionen wie die Verdauung schon relativ weit sind, steckt das Immunsystem aber noch in den Kinderschuhen. Durch kleine Krankheiten wie Schnupfen wird es ganz natürlich trainiert. Bis zu 5 Infekte pro Jahr sind normal. Hat Ihr Kind schon Kontakt mit anderen Kindern, etwas durch Geschwister oder in einer Kinderkrippe, kann die Zahl der Infekte sogar doppelt so hoch sein. Machen Sie sich also nicht zu viele Sorgen, wenn Ihr Liebling öfter krank ist.
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