Mein Baby ist
Monate alt

Abschied vom Schnuller 

Nuckeln ist prima. Auch wenn die Stillzeit längst vorüber ist, sorgen Schnuller oder Daumen für das ultimative Wohlfühlgefühl. Schließlich gehört es ja zu unseren Ur-Reflexen. Eigentlich könnte das Nuckeln ewig weitergehen. Sollte es aber nicht: den Zähnen zuliebe.

Viele kleine Tränen fließen – großer Kinderkummer. Aber wer ist da, beruhigt und tröstet? Der Schnuller! Eigentlich toll und praktisch und aus dem Leben gar nicht wegzudenken. Doch auch wenn der Abschied zumeist etwas weh tut, er muss sein.

Um mit einem gesunden Gebiss ins Leben zu starten, sollte Ihr Kind spätestens zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr vom Schnuller entwöhnt werden. Denn wird weiter geschnullert, können schwerwiegende Zahnfehlstellungen die Folge sein.

Wann der Abschied naht

Grundsätzlich gilt, je länger ein Kind am Schnuller nuckelt, desto weniger leicht fällt die Abgewöhnung. Doch kann auch erst damit begonnen werden, wenn der Saugreflex durch den Kaureflex abgelöst wird. Das geschieht so um den 8. Lebensmonat. Spätestens im Lauf des dritten Lebensjahres sollte ein Kind dann „Schnuller-frei“ werden.

Freiwillig oder ganz bewusst wird es das geliebte Gummistück in den wenigsten Fällen aufgeben. Und anders als etwa bei der so genannten Sauberkeitserziehung wird ein Kind vermutlich keine eindeutigen Signale aussenden. Dementsprechend schwierig ist es, den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Aber keine Sorge, folgen Sie ein bisschen Ihrem Bauchgefühl.

Allerdings ist es sinnvoll, den Abschied nicht gerade in eine Zeit zu legen, in der auch noch andere Herausforderungen auf Ihr Kind warten. So sollte z.B. nicht gleichzeitig versucht werden, den Schnuller abzugewöhnen und mit der Sauberkeitserziehung zu beginnen. Eine große Hilfe ist außerdem ein attraktiver Schnuller-Ersatz. Am besten in Kombination mit einer Geschichte, die darum herum erzählt wird.

Wie den Abschied nehmen?

Kleine Wunder kann es wirken, wenn der Abschied ein bisschen inszeniert wird. So kann der Schnuller z.B. dem Osterhasen, dem Nikolaus oder dem Christkind mitgegeben werden. Dafür bekommt Ihr Kind im Gegenzug ein tolles Geschenk, z.B. ein neues Schmusetier, das über die erste, schwere Zeit hinwegtröstet.

Steht gerade nicht Ostern oder Weihnachten vor der Tür, hat sich die Schnullerfee bestens bewährt. Zumal die Schnullerfee „in echt“ kommen kann – gespielt von einer guten Bekennten oder Freundin. Am überzeugendsten wird der Auftritt natürlich, wenn Ihr Kind die echte Person hinter der Schnullerfee nicht kennt und sie ein bisschen kostümiert ist. Um es spannender und wirkungsvoller zu machen, wird ihr Besuch ein paar ein Tage vorher schon angekündigt. Und ein Geschenk hat sie natürlich auch dabei.

Der Abschied vom Schnuller kann aber selbstverständlich auch ohne die Mithilfe höherer Mächte angegangen werden. So können Schnuller-freie Tage und/oder Nächte mit kleinen Geschenken belohnt werden. Außerdem kann der letzte Schnuller in einer kleinen Abschiedsfeier der Mülltonne übergeben werden.

Abschied vom Schnuller
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Ebenfalls sehr wirkungsvoll ist es, wenn ein Kind den Schnuller an jemanden verschenken kann, der ihn nötiger braucht. Ist z.B. ein Vogelnest mit Jungen in der Nähe oder eine Ente im Park mit Nachwuchs? Erklären Sie Ihrem Kind sinngemäß: „Du bist schon so groß und die sind viel kleiner als du. Die brauchen einen Schnuller jetzt eigentlich viel dringender. Die würden sich bestimmt riesig freuen.“ Hängen Sie dann den Schnuller an einer schönen Schleife in der Nähe des Nestes auf. Und vor allem loben Sie Ihr Kind ausgiebig, dass es so hilfsbereit war.

Was Sie noch tun können – oder lieber lassen:

  • Darüber sprechen: Ein Kleinkind trifft zwar noch keine Vernunftentscheidungen. Aber einfache Zusammenhänge wie „Nuckeln ist schlecht für die Zähne“ werden verstanden.
  • Keine Schnuller mehr nachkaufen: So signalisieren Ihrem Kind, dass die Nuckel-Zeit bald vorbei
  • Kein Zwang ausüben: Schimpfen oder den Schnuller mit schlecht schmeckenden Tinkturen präparieren, schadet mehr, als es nützt.

Den Daumen abgewöhnen

Vergleichsweise nicht ganz so leicht abzugewöhnen ist das Daumenlutschen. Schließlich kann man seinen Daumen nicht verschenken oder an eine Daumenfee abtreten. Zum anderen ist speziell das nächtliche Nuckeln am Daumen schwerer kontrollierbar. Dringend abzuraten ist aber von Zwangsmaßnahmen, z.B. ein Kind mit Fäustlingen schlafen zu legen oder gar die Schlafanzugärmel zuzunähen. So etwas gehört ins Mittelalter.

Auch den Daumen mit schlecht schmeckenden Mitteln einzureiben, grenzt eher an Bestrafung, obwohl die handelsüblichen Präparate gesundheitlich natürlich unbedenklich sind. Doch wie beim Schnuller gibt’s auch beim Daumen freundlichere Abgewöhn-Tricks:

  • Lutschkalender: An Tagen, an denen gelutscht wurde, wird eine Regenwolke in den Kalender gemalt. An Tagen, an denen nicht gelutscht wurde, kommt eine Sonne. Das funktioniert besser, wenn ein Kind den Kalender mit etwas elterlicher Unterstützung selbst führt. Und noch besser, wenn es zunächst an lutschfreien Tagen eine kleine Belohnung gibt. Nach den ersten Erfolgen können auch übersichtliche Ziele gesteckt werden: Wenn eine Woche nicht gelutscht wurde, gibt es eine Belohnung.
  • „Spielkamerad“: Auf den Daumen (oder einen anderen Lutschfinger) wird ein Gesicht gemalt. Damit wird der Daumen zum Spielkamerad oder Freund erklärt. In der dunklen Mundhöhle fühlt er sich sehr unwohl. Und er verschwindet sogar ganz, sobald gelutscht wird.