Mein Baby ist
Monate alt

Vater werden 

Plötzlich Vater: Das kleine Wesen, was da plötzlich berechtigte Ansprüche hat, verändert das Leben ganz schön. So manchem Mann wird das etwas unheimlich - wo ist nur das gewohnte Leben hin?

Eine werdende Mutter hat viele Monate Zeit, sich auf ihr Kind einzustellen. Sie merkt, wie das Kind langsam in Ihr Leben tritt und muss auf das werdende Leben Rücksicht nehmen – anfangs, weil ihr schlecht ist, später, weil der dicke Bauch ihr deutlich zeigt, das da jemand ist.

Für Väter ist das anders. Natürlich wissen auch sie lange, was auf sie zukommt, aber sie werden im täglichen Leben noch nicht von dem neuen Menschen „gebremst“. Wenn das Kleine dann da ist, ist die Umstellung oft unvermutet groß. Denn nicht nur das Baby braucht Aufmerksamkeit, auch die Partnerin ist oft wie ausgewechselt. Ist das wirklich die Frau, mit der man die Nächte durchgetanzt hat und in den Morgenstunden über den Zaun vom Schwimmbad geklettert ist? Himmel, die ist ja schlimmer als Mutti!

Dazu kommt noch das das oft unbewusste „Gerangel“ ums Baby: Viele Mütter geben ihr Baby ungern ab, auch nicht an den Vater. Und stillen kann man(n) ohnehin nicht. Wie soll ein Vater sich dann einbringen?

Eine Umstellung, aber kein Problem: Vater sein

Väter sind die besseren Mütter? Das wohl nicht, aber ein guter, engagierter Vater kann für ein Kind eine genau so wichtige Bezugsperson werden wie die Mutter. Die Bereitschaft zur aktiven Vaterrolle ist heute weitgehend selbstverständlich. Oft übernimmt der Partner all jene wichtigen "Nebendienste" wie Windelwechseln, Baden, Schlafen legen, Ausfahren und vieles mehr. Das ist nicht nur eine kraftvolle Unterstützung der jungen Mutter, sondern auch ein wichtiger Baustein für das innige Zusammenleben von Kind und Vater.

Die meisten jungen Väter bringen sich gerne in diese Art der Familienarbeit ein. "Verordnet" werden sollte das Engagement dem frischgebackenen Vater aber nicht: Man(n) fühlt sich überfordert mit dem Effekt, dass die Verantwortung von einem zum anderen geschoben wird – und dann doch meist wieder an der Mutter hängen bleibt. Deshalb sollte der Vater von Anfang an soweit wie möglich in die Pflege des Babys einbezogen werden. Das hilft, Unsicherheit beim Umgang mit dem so zerbrechlich wirkenden Winzling abzubauen und eine Beziehung zu dem Kind aufzubauen. Er braucht die Gelegenheit, das Baby kennen zu lernen, sich ihm nah zu fühlen und es zu trösten; er möchte das Kind auch mal halten, knuddeln und mit ihm spielen.

Jung und wild – ist das nun aus?

Im Grunde – ja. Denn ein Kind bedeutet Verantwortung. Das bedeutet aber nicht, dass ein Mann, der Vater ist, nun automatisch vom Tiger zum Stubenkater werden muss.

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Natürlich kann auch ein Vater weiterhin seinen Hobbys nachgehen oder mit seinen Freunden zusammen sein – wenn die Familie nicht zu kurz kommt. Schließlich möchte ja auch die Frau sich ab und zu mal mit den Freundinnen von früher treffen – dieses Recht muss für beide gelten. Jeder sollte seinen Freiraum haben. Man muss sich natürlich absprechen und sollte auch vieles zusammen als Familie unternehmen.

Ein Tipp für Mütter:

Halten Sie sich zurück mit Kritik - denn Sie würden einiges vielleicht anders, aber nicht unbedingt besser machen. Manche Väter sind allerdings auch Mimosen oder nörgeln ihrerseits an der Partnerin herum. Diese Zeit ist auch eine Phase großer Umstellungen und man(n) muss sich an die neue Vaterrolle erst gewöhnen. Mit etwas Ruhe und Gelassenheit spielt sich das aber bald ein – nicht selten werden diese "schwierigen Männer" ganz besonders liebevolle Väter.

Sören, Vater von Finn-Ole und Jann-Luca 


expert

Das fünfte Rad am Wagen: So kam ich mir im ersten Jahr mit Finn-Ole oft vor. Füttern konnte ich lange nicht, weil meine Frau gestillt hat. Und als ich es dann gekonnt hätte, durfte ich nicht, weil ich angeblich alles falsch gemacht habe. Meine Zeit mit dem Kleinen musste ich mir mühsam erkämpfen. Wir haben eine Beratung in Anspruch genommen und nun, nachdem unser zweites Kind da ist, geht es viel besser.