Mein Baby ist
Monate alt

Experteninterview Stillberatung 

Interview mit Stefanie Müschenborn, Stillberaterin und Mutter von drei fast erwachsenen Kindern
Unsere Stillberaterin berät Mütter in allen Fragen rund ums Stillen. Sie erreichen Frau Müschenborn und ihr Team per Email unter stillberatung@Beba.de. Telefonisch kümmert sie sich montags und mittwochs von 14.00 bis 18.00 Uhr ganz speziell um Ihre Fragen zum Stillen. Sie erreichen sie unter der Nummer 0800 66 47 237.

Beba Stillberatung

Stillen ist doch etwas ganz Natürliches. Wozu braucht es dann eine Stillberatung?

Stefanie Müschenborn: Eltern haben vor allem den Wunsch, ihr Neugeborenes optimal zu schützen und seine Entwicklung bestens zu fördern. Doch durch die völlig neue und unerwartete Lebenssituation nach der Geburt ihres Kindes zweifeln sie häufig daran, das Richtige zu tun. Erwartungen und Realität liegen nicht selten weit auseinander. Vor allem die Hormonumstellung der Mutter und wenig(er) Schlaf in den ersten Tagen und Wochen verursachen Gefühlsschwankungen und Unsicherheit. Um fachkundigen Rat zu ihren Stillfragen zu bekommen, wenden sie sich an die Beba Stillberatung.

Hat die Unsicherheit der Mütter in den letzten Jahren zugenommen?

Stefanie Müschenborn: Die zunehmende Informationsvielfalt über das Internet und andere Medien sowie häufig wechselnde Empfehlungen verunsichern Mütter in den letzten Jahren zunehmend. So viele Quellen liefern unterschiedliche Informationen – dabei möchte die Mutter einfach nur das Beste für ihr Kind.

Warum ist das Stillen in Ihren Augen so wichtig? Wo liegen die Vorteile für Mutter und Kind?

Stefanie Müschenborn: Muttermilch liefert dem Säugling von Natur aus alle nötigen Nährstoffe und Energie in ausreichender Menge vom ersten Tag an. Sie passt sich in den ersten Monaten seinen Bedürfnissen immer wieder neu an und bietet einen einzigartigen Schutz. So unterstützt Muttermilch den Aufbau einer gesunden Darmflora durch den Aufbau einer Bifidus-Schutzflora im Darm des Babys, die das Immunsystem des Babys stärkt und für eine gute Verdauung sorgt. Muttermilch liefert natürlicherweise allergenarmes Eiweiß und bietet so den besten Schutz vor Allergien. Der für die Bedürfnisse des Kindes optimal niedrige Eiweißgehalt sorgt für ein ideales Wachstum und schützt so vor späterem Übergewicht. Weiterhin liefert Muttermilch Omega-3-LCP- und Omega-6-LCP-Fettsäuren, die das Baby noch nicht selbst bilden kann. Diese sind für die Entwicklung des Gehirns und des Sehvermögens des Kindes sehr wichtig. Stillen fördert außerdem die Mutter-Kind-Beziehung. Und praktisch ist es auch, denn die Muttermilch ist zu jeder Zeit, an jedem Ort richtig temperiert verfügbar. Das spart viel Zeit und Geld.

Was sind denn die wichtigsten Fragen, die bei den Müttern aufkommen?

Stefanie Müschenborn: Mütter haben Fragen zur Vorbereitung optimaler Stillmahlzeiten, zu praktischen Stillpositionen und zur Pflege ihrer Brust. Zweifel an ausreichender Milchmenge können oft beseitigt werden, und die Mutter kann zum Weiterstillen motiviert werden. Sie bekommen Tipps zur besseren Milchbildung und zur allgemeinen Ernährung während der Stillzeit. Beim Thema Abstillen haben Mütter oft Fragen zur optimalen Alternative zur Muttermilch.

Immer wieder liest man davon, dass Muttermilch wichtig für ein gesundes Immunsystem ist. Ist da was dran? Und wenn ja, können Sie das erklären?

Stefanie Müschenborn: Der Darm eines Menschen ist aktiv an der Bildung eines gesunden Immunsystems beteiligt. Die Darmflora gestillter Kinder besteht bis zu 99% aus aktiven Bifiduskulturen, die eine Schutzflora im Darm des Babys bilden. Sie verdrängt unerwünschte Keime und fördert nicht nur eine ausgeglichen Verdauung, sondern stärkt auch das Immunsystem. Außerdem enthält Muttermilch auch mütterliche Abwehrstoffe, die keimtötend wirken.

Und wenn das Stillen gar nicht klappt oder früh abgestillt werden muss? Was raten Sie diesen Müttern?

Stefanie Müschenborn: Da Muttermilch die optimale Ernährung eines Neugeborenen und Säuglings in den ersten Lebensmonaten ist, fragen Mütter häufig nach einem Produkt, das der Muttermilch in ihrer Zusammensetzung am ähnlichsten ist. Müttern, die Abstillen möchten oder wenn die Muttermilch nicht vollständig ausreicht, empfehle ich eine Säuglingsanfangsnahrung, die sich so nah wie möglich am Vorbild des einzigartigen Muttermilch-Schutzprinzips orientiert. Das heißt, sie sollte aktive Bifiduskulturen enthalten, die den Immunschutz stärken. Außerdem sollte sie durch einen optimal niedrigen Eiweißgehalt das gesunde Wachstum unterstützen und mit, Omega-3-LCP- und Omega-6-LCP-Fettsäuren die Gehirnentwicklung und das Sehvermögen fördern. Schließlich sollte die Anfangsnahrung das Baby durch allergenarmes Eiweiß vor Allergien schützen.

Bei allergiegefährdeten, nicht gestillten Babys sollte darauf geachtet werden, dass sie eine sogenannte hypoallergene HA-Nahrung bekommen. Hierbei raten Experten und wissenschaftliche Fachgremien jedoch ausschließlich zu einer HA-Nahrung, deren Schutzwirkung auch tatsächlich in wissenschaftlichen Studien belegt ist. Die weltweit größte Studie zur Allergievorbeugung ist die vom Bundesministerium geförderte GINI-Studie.