Die Hebamme: Ihre Hebamme kann viel für Sie tun. Was viele nicht wissen: Diese Frauen leisten viel mehr als nur reine Geburtshilfe.
Beratung, Untersuchung, VorbereitungViele Frauen kennen Ihre Hebamme schon Monate vor der Entbindung: Weil sie bei ihr den Geburtsvorbereitungskurs machen oder sie während der Schwangerschaft die Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Denn das können und dürfen auch Hebammen. Lediglich wenn technisches Gerät nötig ist, z. B. zum Ultraschall, schicken sie ihre Patientinnen zu einem Gynäkologen.
In einigen Krankenhäusern ist es heute möglich, eine "eigene" Hebamme mitzubringen. Fragen Sie aber in jedem Fall nach, ob das in dem von Ihnen gewählten Krankenhaus geht.
Wenn Sie jedoch noch keine Hebamme haben, ist das überhaupt nicht schlimm. Denn in der Geburtsklinik arbeiten ebenfalls gut ausgebildete, zuverlässige Hebammen. Sie sind es gewohnt, sich schnell auf die jeweilige Schwangere einzustellen und begleiten Sie umsichtig und persönlich durch diese intimen Stunden.
Die Entbindung kündigt sich an
Sie können ganz ruhig bleiben: In den allermeisten Fällen haben Eltern mehr als genug Zeit, die Klinik zu erreichen. Wenn Sie im Krankenhaus ankommen, werden Sie – zumeist nach Erledigung einiger Formalitäten – von der Hebamme empfangen. Sie wird nachschauen, wie weit die Geburt schon fortgeschritten ist. Wehen lassen sich übrigens auch mit der Hand auf dem Bauch erkennen – und am Gesichtsausdruck! Sie müssen also nicht gleich an das CTG angeschlossen werden. Eine gute Hebamme lässt Sie also erst einmal ein bisschen zur Ruhe kommen.
Später, wenn Sie sich im Krankenhaus ein bisschen heimisch fühlen, macht die Hebamme dann auch die erste vaginale Untersuchung. Dabei stellt sie fest, wie weit sich der Muttermund schon geöffnet hat. Meist sind es drei, vier Zentimeter bei dieser ersten Tastuntersuchung. Die Hebamme führt eine Hand in die Scheide ein und ertastet den Muttermund. Nun spreizt sie ihren Zeige- und Mittelfinger auseinander und schätzt, wie weit der eine Rand des Muttermundes vom anderen entfernt ist. Die Angabe erfolgt in Zentimetern oder manchmal auch in "Querfingern".
Mehr als Geburtshilfe.
Die Hebamme wird Sie durch die Geburt begleiten. Sie ist genau dafür gut ausgebildet. Oft hat sie sogar mehr Erfahrung als das ärztliche Personal. In guten Entbindungsstationen halten sich die Mediziner zurück und lassen die Hebamme arbeiten. Schließlich ist eine Geburt ohne Arzt möglich und erlaubt. Anders herum, also ohne Hebamme, geht es eigentlich nicht. Und nur bei Komplikationen oder wenn Sie schon vorher als Risikoschwangere eingestuft waren ruft die Hebamme den Arzt oder die Ärztin hinzu. Werten Sie es also gutes Zeichen für eine Geburt ohne Probleme, wenn Sie – zumindest in der ersten Phase – keinen Arzt zu Gesicht bekommen.
Ihr Kind ist auf der Welt!
Hat Ihr Kleines das Licht der Welt erblickt, bereitet Ihre Hebamme das Durchtrennen der Nabelschnur vor. Manchmal darf der Papa das machen – vorausgesetzt natürlich, er fühlt sich dazu in der Lage. Eventuell wird Schleim und Fruchtwasser aus Rachen und Nase des Babys abgesaugt.
Anschließend beurteilt die Hebamme das Neugeborene nach dem Apgar-Schema. Damit wird nach der Geburt festgestellt, ob alle wichtigen Lebensfunktionen – Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen und Reflexe (=APGAR) – soweit in Ordnung sind.
Nachsorge
Auch nach der Geburt können Sie weiter auf die Unterstützung durch Ihre Hebamme zählen. Sie besucht Sie zu Hause im Wochenbett und steht Ihnen z.B. mit Tipps zum Stillen oder zur Babypflege mit Rat und Tat zur Seite. Und bei Fragen oder Problemen können Sie sie anrufen. Ihr Rat kann Ihnen Sicherheit geben.
Was in der heißen Phase außerdem helfen kann.
Die Hebamme spielt zwar eine wichtige Rolle. Aber während der Geburtsphase müssen Sie die Hauptarbeit tun. Sie haben also alles Recht der Welt, es sich so angenehm wie möglich zu machen, bzw. machen zu lassen!
Wechselnde Positionen und viel Bewegung wirken entspannend und Wehen fördernd. Außerdem fühlen Sie sich als werdende Mutter der Situation dann nicht so ausgeliefert. Und Sie können die Geburt besser nach Ihren ganz persönlichen Bedürfnissen mitsteuern.
Auf die individuellen Wünsche von Gebärenden haben sich inzwischen auch immer mehr Kliniken eingestellt. Entsprechend bieten sie verschiedene Möglichkeiten: Gymnastikbällen zum Sitzen, Matten zum Hocken, Seilen an der Decke zum Anklammern, Badewanne oder einen Gebärstuhl.
Eine ganz große Geburtshilfe ist natürlich auch liebevoller Beistand. Gerade in den Pausen während der Eröffnungsphase tut es gut, wenn Ihre Hebamme oder Ihr Partner Sie ablenkt, zur Bewegung animiert oder tröstet. Rückenmassagen mildern den Wehenschmerz und wirken entspannend. Zusätzlich erfrischt und kühlt ein feuchtes Tuch Ihre Stirn und Ihre Lippen.
Auch wenn Sie sich mit Entspannungs- und Atemtechniken sorgfältig auf die Geburt vorbereitet haben, kann es passieren, dass Sie den Schmerz irgendwann einfach nicht mehr aushalten. Bitten Sie dann ruhig um schmerzlindernde Mittel. Es gibt eine Reihe natürlicher Schmerzmittel, die der Mutter helfen, ohne sie um das bewusste Erlebnis der Geburt zu bringen und ohne dem Baby zu schaden.
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