Stillprobleme: Manchmal will die Milch einfach nicht fließen, oder Mutter und Kind sind aus dem Takt. Was ist dann zu tun? Das Wichtigste ist: Ruhe bewahren!
Probleme beim Stillen
Nicht immer klappt es mit dem Stillen so reibungslos, wie man es sich wünscht. Aber keine Sorge! Die Schwierigkeiten, die gelegentlich auftreten können, sind nicht so dramatisch, wie sie zunächst vielleicht erscheinen.
Das Baby will sehr oft trinken
Wenn Ihr Baby sehr häufig trinken will, ist das zwar anstrengend, aber kein Grund zur Beunruhigung. Vor allem die ersten Wochen sind für Mutter und Kind eine Zeit des Lernens. Nach und nach stellt sich Ihre Milchbildung auf den Hunger des Kindes ein. Stillen Sie Ihr Baby deshalb nach Bedarf, also immer wenn es danach verlangt. Im Durchschnitt sollte ein Säugling 8 bis 12 Mal in 24 Stunden gestillt werden.
Falls das Baby jede Stunde gestillt werden möchte, richten Sie sich anfangs danach, denn der Magen eines Neugeborenen ist winzig klein. Nach ein paar Tagen ändert sich die Zusammensetzung der Milch, und Ihr Kind wird besser satt. Vertrauen Sie ruhig Ihrem kleinen Experten – die Körpersprache Ihres Babys sagt Ihnen schnell, ob es hungrig oder satt ist. Bedenken Sie auch, dass Ihr Baby nicht nur seinen Hunger stillt, wenn es an Ihrer Brust trinkt. Es entwickelt dabei gleichzeitig seine Sinne (Geschmacks-, Geruchs- und Tastsinn) und fühlt sich geborgen.
Da Babys in Schüben wachsen, kann ihr Appetit plötzlich sprunghaft ansteigen. Solche Wachstumsschübe werden Sie vor allem zwischen dem achten und zehnten Lebenstag, nach fünf bis sechs Wochen und zwischen dem dritten und vierten Monat beobachten. Häufigeres Anlegen sorgt in diesen Phasen dafür, dass die Milchproduktion angekurbelt wird.
Natürlich kann es vorkommen, dass die Natur nicht mitspielt und die Muttermilch allein nicht ausreicht. Dann muss zugefüttert werden. Treffen Sie diese Entscheidung am besten in Absprache mit dem Kinderarzt oder Ihrer Hebamme. Bei der so genannten Zweimilchernährung bekommt ein Baby bei jeder Mahlzeit zuerst Muttermilch und dann das Fläschchen. Ideal geeignet ist hierfür eine Anfangsmilch der Stufe Pre. Sie ist besonders muttermilchnah. So wird das Kleine ausreichend satt und muss noch nicht ganz abgestillt werden.
Das Baby lehnt die Brust ab
Dieses vorübergehende Verhalten kann verschiedene Ursachen haben und hat nichts mit der Menge oder der Qualität Ihrer Milch zu tun. Ganz wichtig: Bleiben Sie entspannt. Das ist nicht leicht, aber unbedingt notwendig.
Durch sein ablehnendes Verhalten will Ihr Baby Ihnen vielleicht etwas mitteilen. Evtl. hat es Schmerzen (Mittelohrentzündung, Zähne etc.). Oder es mag den Geruch der neuen Creme, die Sie benutzen, nicht. Nach ein oder zwei Tagen wird sich Ihr Kind wieder beruhigen – spätestens, wenn der Hunger sehr groß ist. Die wenigsten Kinder müssen zum Trinken gedrängt werden.
Manchmal möchte ein Baby lieber kuscheln als gestillt werden. Wirkt es dabei jedoch zufrieden und stimmt die Entwicklung seines Gewichts, gibt es keinen Grund zur Sorge. Um das Gewicht zu überprüfen, reicht übrigens einmal Wiegen pro Woche völlig aus.
Risse in den Brustwarzen
Kleine Risse oder Sprünge auf der Brustwarze lassen meist auf eine falsche Position des Babymundes beim Stillen schließen.
Für das Baby hat das falsche Anlegen keine Folgen, aber für die Mutter sind die kleinen Verletzungen unangenehm und schmerzhaft. Geben Sie nicht auf, sondern achten Sie darauf, dass die Brustwarze oben am Gaumen des Babys platziert ist und dass der Mund des Babys auch einen Teil des Warzenhofs mit einsaugt.
Falls es zu Rissen kommt, trocknen Sie die Brust nach jedem Stillen mit einer sterilen Kompresse. Tupfen Sie ein paar Tropfen Ihrer Milch auf den verletzten Bereich, denn sie wirkt heilend und lindernd. Verwenden Sie Einweg-Stilleinlagen und wechseln Sie diese häufig, damit Ihre Brustwarzen trocken bleiben. Tragen Sie außerdem eine spezielle Feuchtigkeitscreme (meist mit Lanolin) auf, die Ihnen Ihre Hebamme empfehlen wird. Sollten die Risse nach etwa 10 Tagen nicht verheilt sein, wenden Sie sich bitte an einen Arzt.
Schwellung der Brust
Die Ansammlung von Milch in der Brustdrüse kann zu Schwellungen führen. Möglicherweise fühlen Sie sich gleichzeitig etwas fiebrig. Die Brust ist angeschwollen, hart, leicht rötlich und schmerzt. Evtl. ist die Brustwarze sehr flach, wodurch das Stillen erschwert wird und Risse entstehen können.
Die einzige wirksame Behandlung in diesem Fall ist, die Milch zum Fließen zu bringen. Legen Sie Ihr Baby so oft wie möglich an oder verwenden Sie eine Milchpumpe, um die Brust zu leeren. Auch Massagen unter der warmen Dusche können helfen. Kalte Kompressen nach dem Stillen können die Schwellung und den Schmerz lindern. Stellen Sie außerdem sicher, dass Ihr Still-BH nicht zu eng sitzt.
Falls Sie die Schwellung mit diesen Mitteln nicht in den Griff bekommen, wenden Sie sich an Ihre Hebamme, eine Stillberatungsstelle oder Ihren Arzt, damit sich die Schwellung nicht zu einer Brustentzündung entwickelt.
Brustentzündung (Mastitis)
Staut sich die Milch zu lange in der Brust, kann dies zu einer Entzündung führen. Typische Anzeichen für eine Brustentzündung sind Fieber, Muskelschmerzen, harter und manchmal roter Bereich auf der Brust und Müdigkeit. Dazu kann es kommen, wenn das Baby nicht oft oder lang genug trinkt und sich die Brust nicht regelmäßig entleert. Auch kann eine zu starke Milchproduktion oder die Verstopfung eines Milchgangs die Ursache sein. Lassen Sie eine Brustentzündung unbedingt vom Arzt behandeln, denn andernfalls kann ein Abszess entstehen.
Im Falle einer Brustentzündung sollten Sie Ihr Baby so oft wie möglich stillen – ohne Zeitvorgabe. Entleeren Sie außerdem Ihre Brust mit der Hand, Ihre Hebamme zeigt Ihnen, wie das „Ausstreichen“ funktioniert. Massieren Sie den schmerzhaften Bereich während und nach dem Stillen vom Brustkorb zur Brustwarze. Gönnen sie sich außerdem viel Ruhe. Falls nach 8 bis 24 Stunden keine Besserung festzustellen ist oder Sie Fieber haben, gehen Sie rasch zum Arzt.
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